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'Opernhauskrawall' vor 25 Jahren
publiziert: Montag, 16. Mai 2005 / 09:14 Uhr / aktualisiert: Montag, 16. Mai 2005 / 10:45 Uhr

Zürich - Vor 25 Jahren lösten Krawalle vor dem Zürcher Opernhaus die Jugendunruhen aus. Es folgte eine Spirale der Gewalt zwischen "Bewegung" und Polizei.

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Rote Fabrik: Das Kulturzentrum in Zürich.
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Immerhin ebneten die Jugendunruhen den Weg zu einer offenen Kulturpolitik.

Mehrere hundert Jugendliche belagerten am Abend des 30. Mai 1980 das Opernhaus in Zürich, um gegen die "einseitige Kulturpolitik" des Stadtrats und für ein Jugendzentrum zu demonstrieren.

Zuvor hatte der Stadtrat 60 Millionen Franken für die Opernhaus-Sanierung bewilligt, für die Anliegen der Jugend hatte er aber kein Gehör.

Als an diesem Maiabend die Polizei auftauchte, schlug der verbale Protest in rohe Gewalt um. Die Jugendlichen warfen Farbbeutel und Eier, die Polizei reagierte mit Tränengas und Gummigeschossen. Die ganze Nacht lieferten sie sich Strassenschlachten mit grossen Verwüstungen in der Innenstadt.

In den folgenden zwei Jahren wiederholten sich gewalttätige Auseinandersetzungen, etwa nach der ersten Schliessung des Autonomen Jugendzentrums (AJZ), das sich beim heutigen Busbahnhof am Sihlquai befand. Für etliche Empörung sorgte eine Demonstration von nackten Jugendlichen auf der Bahnhofstrasse.

Viele Verletzte und hohe Sachschäden

Die Bilanz der Jugendunruhen bis Ende 1982: Hunderte von Verletzten auf beiden Seiten, ein an einem Herzinfarkt im Einsatz gestorbener Polizist, hunderte von Festnahmen und Strafverfahren, bedingte Gefängnisstrafen für ein paar Dutzend Demonstranten sowie Sachschäden in der Höhe von mehreren Millionen Franken.

Die Zürcher "Bewegung" fand Nachahmer in anderen Schweizer Städten, beispielsweise in Bern, wo die "Bewegung der Unzufriedenen" ein eigenes Jugendzentrum forderte. Und die "Bewegung" erregte die Aufmerksamkeit der internationalen Medien, welche erstaunt und teilweise besorgt über Zürich berichteten.

Ein Grund für die Heftigkeit der Jugendunruhen war die mangelnde Dialogbereitschaft der Behörden der Stadt Zürich. Der Zusammenprall mit der wachsenden Gegenkultur der Jugend setzte aber immerhin einen politischen Lernprozess in Gang - verbunden mit der Einsicht, dass die traditionelle Repressionspolitik kontraproduktiv wirkt.

Erfolge der "Bewegung" Jahre später

Allerdings mussten noch Jahre verstreichen, bis Erfolge der "Bewegung" langsam sichtbar wurden. Die Alternativkultur ist inzwischen offiziell anerkannt und lebendig, so gibt es zum Beispiel die Rote Fabrik, das Xenix oder die Gessnerallee. Neue Lebens- und Wohnformen sind nichts mehr Aussergewöhnliches.

Anstelle von besetzten Häusern und illegalen Kellerbars gibt es heute eine vielfältige Freizeitkultur. Davon zeugt die grosse Zahl von Konzerten und Partys sowie von Restaurants und Kulturorten.

Was damals eine Minderheit forderte, ist jetzt ein Massenphänomen. Die Jugendunruhen Anfang der 80er Jahre markierten den Aufbruch der Stadt Zürich aus ihrer Erstarrung. Heute ist die Limmatstadt weltoffen und liberal, kulturfreundlich und festfreudig.

(Vincenzo Capodici/sda)

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