Opfer von Beit Hanun beigesetzt
publiziert: Donnerstag, 9. Nov 2006 / 12:19 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 9. Nov 2006 / 21:40 Uhr

Tel Aviv - Zehntausende Palästinenser haben im Gazastreifen 18 Opfer israelischer Granatenangriffe zu Grabe getragen. Begleitet von Racheschwüren militanter Kämpfer wurden die Toten in Beit Hanun beigesetzt.

Der UNO-Sicherheitsrat will am Abend über die Lage in Nahost beraten.
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«Dieses schreckliche Verbrechen wird nicht ohne Vergeltung bleiben. Die Israelis werden einen hohen Preis für dieses Verbrechen zahlen», sagte Abu Ahmed, einer der militanten Palästinenser bei der Beerdigung.

Unter den Toten waren nach jüngsten Angaben sieben Kinder, sieben Frauen und zwei Männer, alle aus der gleichen Grossfamilie Al-Atamna. Auch zwei Nachbarn, die nach dem Einschlag der ersten Granate zu Hilfe geeilt waren, wurden getötet. In den Palästinensergebieten wehten die Fahnen auf Halbmast.

Internationale Kritik an Israel

Israel steht seit dem Angriff international hart in der Kritik. Die Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats wollten in New York über den Einsatz sprechen. Katar, das einzige arabische Mitglied im 15-köpfigen Rat, verbreitete einen Entwurf für eine Entschliessung, die den israelischen Einsatz als «Massaker» verurteilt.

Der scheidende UNO-Generalsekretär Kofi Annan reagierte bestürzt: «Der Generalsekretär hat sich erschüttert gezeigt, als er von der israelischen Offensive erfahren hat», sagte sein Sprecher in New York.

Die USA mahnten zu Zurückhaltung. Man sei «tief traurig» über die Toten und Verletzten, erklärte US-Präsident George W. Bush. «Wir haben die Entschuldigung der israelischen Regierung gesehen und wissen, dass Ermittlungen eingeleitet wurden.»

Technischer Fehler

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert begründete den tödlichen Angriff mit einem technischen Fehler. «Es war ein technisches Versagen der israelischen Armee», sagte Olmert Medienberichten zufolge. Das habe er überprüft. «Es war nicht die Politik.»

Verteidigungsminister Amir Perez kündigte unterdessen strengere Regeln für Militäreinsätze im Gazastreifen an. Dabei gehe es um Artilleriebeschuss und Sicherheitsabstände, teilte das Büro des Ministeriums in Jerusalem mit. Ausserdem sei festgelegt worden, dass nur noch ein Generalleutnant Artillerieangriffe in dem Gebiet anordnen dürfe.

(bert/sda)

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