Opposition in Simbabwe nimmt nicht an Stichwahl teil
publiziert: Sonntag, 22. Jun 2008 / 13:43 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 22. Jun 2008 / 20:01 Uhr

Harare - Die Opposition in Simbabwe hat sich angesichts der Gewalt im Land für einen Boykott der Stichwahl um das Präsidentenamt entschieden. Eine freie und faire Abstimmung sei nicht möglich, sagte MDC-Chef Morgan Tsvangira in Harare.

Morgan Tsvangirai konnte noch keine Wahlkampfveranstaltung durchführen. (Archivbild)
Morgan Tsvangirai konnte noch keine Wahlkampfveranstaltung durchführen. (Archivbild)
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Der Staatsapparat bereite den Sieg von Amtsinhaber Robert Mugabe vor, sagte der Chef der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) weiter. Seine Partei könne von ihren Wählern nicht verlangen, «ihr Leben aufs Spiel zu setzen». Mit seinen Äusserungen, wonach «die Kugel den Stimmzettel ersetzt», habe Mugabe «den Krieg erklärt».

Tsvangirai betonte, der MDC-Parteivorstan habe einstimmig für einen Boykott entschieden. Noch am Samstag hatte er in einem offenen Brief erklärt, er wolle sich der Stichwahl stellen. Angesichts der Gewalt gegen ihre Anhänger waren innerhalb der MDC die Forderungen nach einem Boykott aber immer lauter geworden.

400 Verhaftungen

Tsvanigrai sagte, seit der ersten Runde der Präsidentenwahl im März seien 86 MDC-Anhänger getötet worden. 200'000 Menschen seien vertrieben, fast 10'000 Menschen verletzt und mehr als 20'000 Häuser in Brand gesteckt worden.

Nach MDC-Angaben wurden fast 400 Parteifunktionäre verhaftet. Auch der MDC-Chef war zuletzt wiederholt festgenommen worden. Prominentester Häftling ist Generalsekretär Tendai Biti, der des Hochverrats angeklagt ist. Ihm droht die Todesstrafe.

Mugabe wäre weitere fünf Jahre im Amt

Tsvangirai rief die UNO, die Afrikanische Union und die Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC) auf, «einzugreifen und den Völkermord zu verhindern». Er habe die UNO um eine Intervention gebeten.

Die Stichwahl ist für kommenden Freitag angesetzt. Tsvangirai hatte bei der ersten Runde deutlich mehr Stimmen erhalten als Mugabe, hatte aber nach offiziellen Angaben die absolute Mehrheit verfehlt. Die Parlamentswahlen vom März hatte die MDC gewonnen.

Die erste Reaktion der Regierung fiel knapp aus: So lange es keine schriftliche Erklärung von Tsvangirai gebe, gingen die Vorbereitungen für die Wahl weiter, sagte Justizminister Patrick Chinamasa.

Tsvangirai habe die Stichwahl nur abgeblasen, um «die Schmach einer Wahlniederlage» zu vermeiden. Sollte es beim Boykott bleiben, würde der 84-Jährige Mugabe laut Verfassung automatisch für eine weitere fünfjährige Amtszeit vereidigt.

(tri/sda)

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