Optimistische Schweizer Boardercrosser
publiziert: Donnerstag, 16. Feb 2006 / 00:03 Uhr

Für die Schweizer Halfpipe-Fahrer endeten die Wettkämpfe in Bardonecchia ohne Medaillengewinn. Nun besitzen die Boardercrosser Marco Huser und Ueli Kestenholz in der olympischen Premiere realistische Chancen auf eine Spitzenklassierung.

Marco Huser avancierte zum klaren Leader im Männerteam.
Marco Huser avancierte zum klaren Leader im Männerteam.
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Allein ein Blick in die Vergangenheit gibt Anlass zu Optimismus. 1998 in Nagano, als Snowboard erstmals im olympischen Programm stand, sorgten mit Freestyler Gian Simmen (Gold in der Halfpipe) und Kestenholz (Bronze im Riesenslalom) gleich zwei Schweizer Vertreter für bleibende Eindrücke. Kestenholz steht heute, acht Jahre und acht Tage nach seinem Coup, in einer anderen Disziplin wieder im Fokus.

Der 30-jährige Thuner bezeichnete den Weg zu seiner dritten Olympiateilnahme als «bislang schwierigsten». «Der Faktor Glück spielte eine viel höhere Rolle als bei der Vorqualifikation für die Alpinrennen in Nagano und Salt Lake City.»

Im März 2004, mehr als zwei Jahre nach dem letzten Auftritt auf der FIS-Tour, die er in der Vergangenheit (im Gegensatz zu anderen gleich denkenden Fahrern) immer wieder öffentlich kritisierte, musste Kestenholz als Boardercrosser in Disentis bei Null anfangen. Weil wegen seiner Wettkampf-Inaktivität alle Punkte aus der Wertung gefallen waren, begann der beschwerliche Umweg via FIS-Rennen. Sie führten den Berner Oberländer in der Saison 2004/05 mit dem 3. Rang in Lake Placid (USA) zurück in den erweiterten Kreis der Weltspitze.

Kestenholz: nicht resultatfixiert fahren

Einen Spitzenplatz in Bardonecchia würde Kestenholz deshalb als «grosse Genugtuung» empfinden. «Ich wollte immer an Olympischen Spielen teilnehmen, die gute Stimmung im Schweizer Team machte mir die Qualifikation auch etwas einfacher.»

Um eine Top-3-Klassierung zu erreichen, sind die Boardercrosser zu einem wesentlichen Teil auf die Aufmerksamkeit der anderen drei im gleichen Lauf fahrenden Teilnehmer angewiesen. Entsprechend fällt die Kestenholzsche Zielsetzung aus. «Ich weiss, dass eine Medaille im Bereich des Möglichen liegt, kann aber nur einen kleinen Beitrag dazu leisten. Deshalb werde ich auch nicht resultatfixiert fahren.»

Huser in Topform

Marco Huser avancierte in der längeren Weltcup-Abwesenheit von Rennmuffel und «Teilzeitrebell» Kestenholz (Selbstzitat) zum klaren Leader im Männerteam von Chefcoach Harald Benselin und hält diese Position noch immer deutlich.

In den letzten sechs Weltcup-Rennen vor Olympia bewies das Glarner Kraftpaket die geforderte Leistungskurve mit Nachdruck und sorgte in Kronplatz (It) in der Hauptprobe als Zweiter für das beste Resultat der Schweizer Männer des Winters.

In den bisherigen Trainings fuhr Huser, der sich von seinem komplexen Schulterbruch am Weltcup-Final 2004/05 in Tandadalen gut erholt hat, derart überzeugend, dass für einige Teammitglieder ein Medaillengewinn alles andere als ein Wunder wäre.

Gespür fürs Brett

«Marco hatte hier das Gespür fürs Brett wie kaum ein anderer und hat dank den immer besser gewordenen Leistung in den letzten Rennen vor Olympia sein Selbstvertrauen wieder gewonnen», urteilte Tanja Frieden, die am Freitag im Frauen-Wettbewerb starten wird.

Huser kommt zusätzlich entgegen, dass ihm die rund 90 Sekunde dauernde Fahrt auf der Melezet-Strecke ausgezeichnet behagt. «Es ist ein Kurs, der mir vor allem wegen der steilen Kurven zusagt. Ich habe hier den Rhythmus sehr schnell gefunden.»

Angesichts der schnellen Zeiten in den Probeläufen und dem Wissen, zu den der schnellsten Startern des Teilnehmerfeldes zu gehören, macht der 26-jährige Flughelfer auch keinen Hehl aus seinen Hoffnungen. «Ich habe die Geschwindigkeit, das Material und den Mumm, um eine Medaille zu holen.»

(Stefan Baumgartner/Si)

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