Orientierungslauf: Luder-Festival endete mit viertem Gold
publiziert: Samstag, 9. Aug 2003 / 19:12 Uhr

Der Staffeleinsatz wurde für Simone Luder zum Triumphzug. Als Schlussläuferin auf dem Pfannenstiel bei Forch holte die 25-jährige Bernerin ihr viertes Gold an den Weltmeisterschaften 2003 in Rapperswil/Jona.

Das Schweizer Männer-Trio David Schneider, Thomas Bührer und Marc Lauenstein verpasste im 4. Rang die Bronzemedaille um 17 Sekunden. Gold ging an Schweden vor den favorisierten Titelverteidigern aus Finnland.

Luder hätte sich nur selbst um ihr viertes Gold bringen können. Startläuferin Brigitte Wolf -- sie ersetzte die an der Achillessehne verletzte Marie-Luce Romanens -- und Vroni König-Salmi schickten ihre Teamkollegin mit einem Polster von 46 Sekunden auf die letzten 6,4 km der "Luder-Spiele".

Die Bernerin hielt auch auf der abschliessenden Suche der 16 von insgesamt 102 WM-Posten, die sie in sechs Tagen zu finden hatte, dem Druck stand. Mit über zwei Minuten Vorsprung lief sie zusammen mit ihren Kolleginnen den Weg vom letzten Posten am Waldrand ins Ziel. 6500 Fans jubelten der Dominatorin der OL-Weltmeisterschaften 2003 zu. "Jede Medaille hat ihre eigene Geschichte. Ich möchte sie nicht gegeneinander abwägen", erklärte Luder.

Die Vorentscheidung zum ersten Schweizer WM-Staffel-Gold eines Frauenteams schuf König-Salmi. Die Forcherin vermochte in ihrem Heimwald der läuferisch stärken Schwedin Karolina Arewang, Silbermedaillen-Gewinnerin über die Langdistanz, nur mit Ach und Krach zu folgen. Dank einer besseren Routenwahl kurz vor Schluss nahm sie aber der Schwedin fast eine Minute ab.

Luder musste nach einem Fehler bei Posten 4 die Schwedin Jenny Johansson, Bronzegewinnerin im Sprint, bis auf Sichtweite herankommen lassen. Mit einem Zwischenspurt entzog sich die nunmehr fünfache WM-Goldmedaillen-Gewinnerin den Blicken der Skandinavierin und stellte trotz einem Sicherheitslauf Abschnittsbestzeit auf.

"Ich dachte nur, jetzt muss ich für meine Kolleginnen um Gold laufen", schilderte Luder die heikle Phase. "Von aussen sehen meine Siege so einfach und leicht aus. Doch ich habe hart gearbeitet und bin insbesondere stolz, dass ich dem Druck vor eigenem Publikum Stand gehalten habe", zog der OL-Star eine erste Bilanz. "Im OL muss viel stimmen, dass man erfolgreich sein kann."

Bührer führte Schweiz wieder heran

Langdistanz-Weltmeister Thomas Bührer brachte auf dem langen Mittelabschnitt die Schweizer Männer wieder auf Medaillenkurs. Startläufer David Schneider hatte bereits unmittelbar nach dem Beginn arg gepatzert und nach einer Gabelung vorerst einen falschen Posten angelaufen. Nach dem groben Fehler zeigte der 22-Jährige allerdings eine Weltklasse-Leistung und deutete sein Potenzial für die Zukunft an.

Marc Lauenstein vermochte im Schlussabschnitt trotz einwandfreier Leistung den Medaillengewinn nicht zu realisieren. Gegen die Topläufer wie Mats Haldin (Fi) oder Jamie Stevenson (Gb), die ihre Nationen auf die Ränge 2 und 3 führten, hatte der angehende Zahnarzt einen schweren Stand. Stevenson, Goldmedaillen-Gewinner im Sprint, gilt als endschnellster Läufer überhaupt. Lauenstein versuchte denn auch kurz vor dem Ziel, mit einer extrem riskanten Route die nötigen Sekunden Vorsprung zu ergattern. Doch der Romand fand den Posten nicht auf Anhieb.

Resultate der Staffeln

Männer

1. Schweden (Niclas Jonasson/Mattias Karlsson/Emil Wingstedt) 1:58:42. 2. Finnland (Jani Lakanen/Jarkoo Huovila/Mats Haldin) 0:45 zurück. 3. Grossbritannien (Daniel Marston/Jon Duncan/Jamie Stevenson) 2:22. 4. Schweiz (David Schneider/Thomas Bührer/Marc Lauenstein) 2:39. 5. Russland (Valentin Nowikow/Roman Efimow/Michail Mamlejew) 3:25. 6. Ukraine (Pawlo Uschkwarok/Wjatscheslaw Muchidinow/Juri Omeltschenko) 3:39. 7. Norwegen 4:08. 8. Slowakei 4:46. 9. Australien 5:00. 10. Litauen 5:19.

1. Ablösung: 1. Finnland 28:33. 2. Frankreich, gleiche Zeit. 3. Belgien 1:00. Ferner: 6. Schweiz 1:49. 7. Schweden 1:55. 10. Grossbritannien 2:42. -- 2. Ablösung: 1. Schweden 1:16:59. 2. Schweiz 0:21. 3. Grossbritannien 0:25. Ferner: 6. Finnland 0:59.

Abschnittszeiten. 1. Teilstück (5,6 km/200 m HD/11 Posten): 1. Lakanen 28:33. 2. François Gonon (Fr), gleiche Zeit. 3. Fabien Pasquasy (Be) 1:01. Ferner: 6. Schneider 1:49. 7. Jonasson 1:55. 10. Marston 2:42. -- 2. Teilstück (8,4/370/19): 1. Duncan 46:08. 2. Ingo Horst (De) 0:08. 3. Mattias Karlsson 0:21. 4. Bührer 0:49. Ferner: 8. Huovila 3:16. -- 3. Teilstück (7,2/330/18): 1. Mamlejew 40:15. 2. Omeltschenko 0:22. 3. Haldin 1:13. 4. Wingstedt 1:27. Ferner: 10. Stevenson 3:24. 11. Lauenstein 3:45.

Frauen

1. Schweiz (Brigitte Wolf/Vroni König-Salmi/Simone Luder) 1:57:41. 2. Schweden (Gunilla Svärd/Karolina Arewang Höjsgaard) 2:05. 3. Norwegen (Elisabeth Ingvaldsen/Brigitte Huseby/Hanne Staff) 7:37. 4. Litauen (Giedre Woweriene/Wilma Rudzenskaite/Iewa Sargautite) 10:10. 5. Tschechien (Marta Sterbova/Martina Dockalova/Dana Brozkova) 11:34. 6. Grossbritannien (Sarah Rollins/Hannah Wootton/Heather Monro) 11:50. 7. Polen 12:18. 8. Dänemark 14:17. 9. Russland 15:24. 10. Österreich 21:43.

1. Ablösung: 1. Schweiz 32:10. 2. Schweden 0:06 zurück. 3. Norwegen 0:16. -- 2. Ablösung: 1. Schweiz 1:19:34. 2. Schweden 0:46. 3. Norwegen 3:12.

Abschnittszeiten. 1. Teilstück (5,2/180/13): 1. Wolf 32:10. 2. Svärd 0:07. 3. Ingvaldsen 0:16. -- 2. Teilstück (7/320/20): 1. König-Salmi 47:23. 2. Arewang Höjsgaard 0:39. 3. Huseby 2:56. -- 3. Teilstück (6,4/260/16): 1. Luder 38:06. 2. Johansson 1:19. 3. Monro 3:51.

(bert/Si)

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