Orientierungslos? Von wegen!
publiziert: Donnerstag, 15. Okt 2009 / 14:36 Uhr

Wer in der Schweiz an Orientierungslauf denkt, hat meistens die mehrfache Weltmeisterin und das Aushängeschild Simone Niggli-Luder vor Augen. Aber auch die Schweizer Männer laufen an der Weltspitze mit. Wie jedoch sieht es in fünf bis zehn Jahren aus? Die Nachwuchsarbeit von Swiss Orienteering ist auf vielversprechendem Weg.

Sport und Naturerlebnis kombiniert – das macht die Faszination Orientierungslauf aus.
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In der einsamen Natur, fernab von riesigen Stadien und vom grossen Publikum, erobern die Schweizer Orientierungsläufer die Welt. Neben Schweden, Norwegen und Finnland zählt die Schweiz zu den vier weltbesten OL-Nationen.

Wo Höhenflüge gefeiert werden, entstehen automatisch hohe Erwartungen für die Zukunft. Die Nachwuchsarbeit von Swiss Orienteering verspricht in dieser Hinsicht einiges. Zurzeit sind rund 1’400 Nachwuchsläufer im Alter von 8 bis 20 Jahren in der Schweiz aktiv, seit der Weltmeisterschaft 2003 in Rapperswil werden es Jahr für Jahr mehr.

An aufstrebenden Talenten mangelt es dabei nicht. Im Gegenteil: Die jungen Schweizer Orientierungsläufer laufen zielgerichtet von Erfolg zu Erfolg. Die Bilanz der diesjährigen Jugend-EM und Junioren-WM beweist dies eindrücklich: Der OL-Nachwuchs holte viermal Gold und insgesamt 12 Medaillen.

Immer wieder eine neue Herausforderung

Auch wenn OL in den letzten Jahren an Bekanntheit gewonnen hat, haben viele Schweizer immer noch eine sehr vage Vorstellung von der Sportart. Nachwuchsläuferin Lisha Kim (12) klärt auf: «Man läuft mit einer speziellen OL-Karte und einem Kompass. Ziel ist es, die auf der Karte eingezeichneten Kontrollposten in der richtigen Reihenfolge und natürlich möglichst schnell anzulaufen.»

Beim OL gleicht dabei kein Lauf dem anderen und die verschiedenen Wettkämpfe finden in ganz unterschiedlichem Gelände wie in freier Natur, einer Parkanlage oder im Stadtgebiet statt. Neben dieser Abwechslung ist die Kombination von Laufen und Denken das, was viele Nachwuchsläufer fasziniert. Zum einen braucht es Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Schnelligkeit, um sich durch die Wälder zu kämpfen. Zum anderen stehen sie ständig aufs Neue vor der Herausforderung, die schnellste Route zu den einzelnen Posten zu finden.

Nachwuchsprojekt mit Weltrekord gestartet

Viele junge OL-Talente entdecken ihre Leidenschaft für Karte und Kompass durch ihre Eltern, Geschwister oder Freunde. Um auch OL-fremde Kinder für den Sport zu begeistern, hat Swiss Orienteering im Vorfeld der WM 2003 das Schulprojekt «sCOOL» lanciert: Rund 1’350 Schweizer Schulen führten am gleichen Tag auf ihrem Schulgelände einen OL durch, mehr als 200'000 Schülerinnen und Schülern nahmen teil. «sCOOL» schaffte es damit als grösster eintägiger Sportanlass der Welt ins Guinnessbuch der Rekorde.

Swiss Orienteering hat den Erfolg von damals nachhaltig genutzt und das Projekt mit vernetzten Aktivitäten weitergeführt. OL-Weltmeisterin Simone Niggli-Luder ist von der positiven Wirkung überzeugt: «‹sCOOL› zeigt, dass OL dynamisch, schnell, intensiv und spannend ist. Die Gesichter der teilnehmenden Kinder bestätigen dies immer wieder!»

Breite und nachhaltige Förderung

«sCOOL» ist nur ein wichtiges Puzzleteilchen in der erfolgreichen Nachwuchsförderung von Swiss Orienteering. Findet ein neues Talent erst einmal den Weg zum OL, kann es zuerst Erfahrung im Verein sammeln und danach versuchen, den Weg über eines der neun Regionalkader bis ins nationale Juniorenkader zu gehen.

Der OL-Verband investiert einen Grossteil seiner Sponsoringeinnahmen für Nachwuchsprojekte und erhält dafür auch von der Stiftung Schweizer Sporthilfe eine jährliche Unterstützung von mehr als 50'000 Franken. Während im Wald die schnellste Route zählt, setzt der Verband bei der Nachwuchsarbeit auf einen nachhaltigen Weg. Dies bedeutet, dass Swiss Orienteering nicht nur einige wenige Ausnahmetalente fördert, sondern eine breitere Auswahl an jungen Nachwuchsläufern. So können Orientierungsläufer beispielsweise bis im Alter von 20 Jahren im Regionalkader trainieren, auch wenn sie den Sprung in das nationale Junioren-Kader nicht schaffen.

Sven Moosberger, früherer WM-Teilnehmer und heutiger Cheftrainer des Schweizer Junioren-Nationalkaders, sieht darin einen wichtigen Erfolgsfaktor für die Zukunft des OL-Sports: «Unsere Nachwuchsarbeit führt nicht nur zu zukünftigen Weltmeistern, sondern auch zu vielen Breitensportlern und Funktionären, die dem Spitzensport den Rücken stärken.» Entscheidend ist gemäss Moosberger auch die enge Zusammenarbeit und gute Kommunikationskultur auf allen Ebenen der Nachwuchsförderung – vom Club über die Kader bis hin zu den persönlichen Betreuern.

Zuversichtlich in die Zukunft

Und wo stehen die heutigen Nachwuchstalente nun in fünf bis zehn Jahren? Sven Moosberger ist aufgrund der derzeitigen Erfolge zuversichtlich: «Die Erfahrung zeigt, dass wir im Vergleich mit anderen Ländern eine hohe Erfolgsquote bei Athleten haben, die bereits im Juniorenalter gute Resultate zeigen. Und auch wenn einige den Anschluss an die Elite nicht schaffen werden, sind sie für den Schweizer OL-Sport definitiv keine ‹verlorenen Talente›.»

(Sporthilfe)

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