Osi Inglin: «Martina Schild hat mir Eindruck gemacht»
publiziert: Freitag, 17. Feb 2006 / 09:51 Uhr / aktualisiert: Freitag, 17. Feb 2006 / 10:07 Uhr

Die Fortschritte, die das Schweizer Frauen-Speed-Team unter dem neuen Schweizer Cheftrainer Osi Inglin gemacht hat, sind frappant.

Osi Inglin: «Ich habe noch einen ganzen ´Chratten´ voller Ideen und Massnahmen, die wir einleiten müssen.»
Osi Inglin: «Ich habe noch einen ganzen ´Chratten´ voller Ideen und Massnahmen, die wir einleiten müssen.»
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Im Vorwinter waren 6. Ränge die besten Ergebnisse, doch in dieser Saison gab es schon einen Weltcup-Sieg, dazu zwei weitere Weltcup-Podestplätze und als Krönung die Olympia-Silbermedaille durch Martina Schild. Werner Eisenring sprach mit Osi Inglin.

Der Stein, der Ihnen dank dem Exploit von Martina Schild vom Herzen gefallen ist, muss riesig gewesen sein.

Osi Inglin: «Nicht einmal. Ich sehe den Erfolg von Martina eher als Belohnung für die bisherige Saison, die im Speed-Bereich überraschend gut verlaufen ist. Wir durften zuversichtlich sein, denn wir befanden uns nicht in der Lucky-Punch-Situation, in der man beispielsweise auf Rückenwind hoffen muss. Aber es war trotzdem kein Riesendruck da. Alle aus unserem Quartett waren fähig, ein gutes Resultat zu machen. Nur: Favoritin war keine, alle konnten, aber mussten nicht.»

Aber Hand aufs Herz, hätten Sie Martina Schild die Silbermedaille zugetraut?

Inglin: «Nach der Besichtigung hätte ich viel auf Martina gesetzt. Sie hat ja schon zuvor bewiesen, dass sie mit Druck umgehen kann. In St. Moritz musste sie sich für Olympia qualifizieren und danach im internen Ausscheidungs-Duell gegen Monika Dumermuth bestehen. Eine Qualität von ihr ist es, dass sie nicht so schnell zu ´nerveln´ beginnt. Trotzdem: Wie sie hier an den Olympischen Spielen mit der Situation umgegangen ist, das hat mir Eindruck gemacht.»

Wo sehen Sie die Gründe für Martina Schilds Steigerung?

Inglin: «Extrem wichtig war die Einteilung ins B-Kader, wo sie sich entwickeln konnte, und zwar in dem Sinne: ´Ich muss dort die Beste werden´. Wenn sie im A-Kader drei Zehntel hinter einer Sylviane Berthod herfährt, ist das zwar auch nicht schlecht. Aber es ist etwas anderes, wenn man in einer Gruppe die Leaderin werden und sich immer wieder beweisen muss.»

Ist Martina Schild eine Fahrerin, die man speziell antreiben muss?

Inglin: «Bis vor dieser Saison war sie nie eine, die diesbezüglich grosse Stricke zerrissen hätte. Aber sie hat mit Konditionstrainer Andy Thöni gut gearbeitet, das darf man guten Gewissens sagen. Da ging es vorwärts.»

Welchen Wert hat diese Medaille?

Inglin: «Einerseits gibt sie uns die Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind und wir uns nicht mehr vor der Konkurrenz verstecken müssen. Aber da sind noch grössere Zusammenhänge, derer wir uns wohl jetzt noch gar nicht bewusst sind. Die letzte Abfahrts-Medaille einer Schweizerin geht auf 1988, auf Brigitte Oertli, zurück. Alleine das sagt schon viel. Die Medaille war extrem wichtig für den Verband, für den Skisport ganz allgemein. Es gab schlechte Strömungen, aber jetzt erscheint vieles wieder in einem ganz anderen Licht.»

Der Jubel im Moment ist gross, Sie dürfen rundum zufrieden sein. Kann man da überhaupt noch etwas besser machen?

Inglin: «Ich habe noch einen ganzen ´Chratten´ voller Ideen und Massnahmen, die wir einleiten müssen. Die Besten sind wir noch lange nicht. Was ich auf nächste Saison vehement angehen will, ist beispielsweise der Bereich Kondition oder die Regeneration während der Wettkampf-Saison. Ein weiterer Punkt, mit dem ich nicht zufrieden bin, sind die bestehenden Gruppeneinteilungen im Europacup. Da müssen andere Formen gefunden werden.»

(fest/Si)

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