Ostschweizer Kantone verabschieden Ärzte-Zulassungsstopp
publiziert: Dienstag, 29. Okt 2002 / 16:39 Uhr

Zürich - Acht Ostschweizer Kantone haben als erste Schweizer Region den Zulassungsstopp für Ärzte realisiert. Die Regelung gilt nicht für Zahnärzte, Chiropraktiker und Hebammen.

Der Bundesrat verabschiedete am 3. Juli einen Beschluss, wonach während drei Jahren medizinische Leistungserbringer keine neuen Praxen eröffnen dürfen.

Der Zulassungsstopp soll sich dämpfend auf die Gesundheitskosten auswirken. Die Kantone erhielten für die Umsetzung einen gewissen Spielraum, wie die Präsidentin der Ostschweizer Sanitätsdirektorenkonferenz (SDK Ost), Verena Diener, vor den Medien in Zürich sagte. Zur SDK Ost gehören die beiden Appenzell, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau und Zürich.

Davon machten die Ostschweizer Kantone Gebrauch, indem sie in ihren Verordnungen den Stopp auf Ärztinnen und Ärzte beschränkten. Von diesen gibt es nämlich genug. Chiropraktiker dagegen seien eher rar, Hebammen beeinflussten die Anzahl Geburten nicht und Zahnarztrechnungen zahlten die Krankenkassen in der Regel ohnehin nicht.

Wie in der ganzen Schweiz ging in den Ostschweizer Kantonen zwischen Bekanntwerden und In-Kraft-Treten des Zulassungsstopps ein Hagel von Bewilligungsgesuchen ein. Allein im Kanton Zürich waren es 700 Gesuche, von denen bereits rund 400 bewilligt sind. Zum Vergleich: Bisher gingen pro Jahr rund 180 Gesuche ein.

Ob der vorübergehende Zulassungsstopp schweizweit etwas bringe, hängt deshalb laut Diener davon ab, was in den kommenden drei Jahren auf Bundesebene geht. Vorerst könnte er sich allenfalls psychologisch auswirken: Der eine oder die andere könnte davon abgehalten werden, ein Medizinstudium zu beginnen.

(bert/sda)

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