Ottmar Hitzfelds positive Zwischenbilanz
publiziert: Donnerstag, 20. Nov 2008 / 13:25 Uhr

Nach dem vierten Sieg im sechsten Spiel unter seiner Leitung zog Ottmar Hitzfeld eine erste Zwischenbilanz seiner Zeit als Schweizer Nationalcoach. «Ich habe Alternativen. Das ist wichtig, um flexibel zu sein.» Die Qualifikations-Chance für die WM 2010 sei intakt, betonte er.

«Das 1:2 war ein Tiefpunkt...Es war ein Schlag unter die Gürtellinie.»
«Das 1:2 war ein Tiefpunkt...Es war ein Schlag unter die Gürtellinie.»
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«Ich habe schon einiges erlebt als Schweizer Trainer», schmunzelte der Deutsche am Anfang seines Rückblicks. Nach seiner brillanten Klub-Karriere musste sich auch Hitzfeld zunächst an die markanten «Rhythmusänderungen» gewöhnen.

«Es war eine Umstellung, klar. Das erste Spiel machten wir ja ohne eine richtige Vorbereitung. Ich merkte, dass es lange brauchen würde, dem Team meine Philosophie zu vermitteln. Das trat dann auch ein. In Israel erreichten wir nach einem 2:0 nur ein 2:2. Es war vielleicht wichtig zu sehen, dass man Spiele bis zur letzten Sekunde gewinnen oder eben auch verlieren kann.»

«Der Schweiz genügen 80 Prozent nicht»

Als prägende Erfahrung bezeichnete Hitzfeld den Tiefschlag gegen Luxemburg. Nach der epochalen 1:2-Niederlage im Letzigrund verspürte der renommierte Coach zwar keine Angstgefühle, aber dennoch gewissen Druck, wie er Monate später zugibt. «Aber wer mich kennt, weiss genau, dass ich ein Kämpfer bin.»

«Das 1:2 war ein Tiefpunkt. Eventuell war er notwendig und kam zum richtigen Zeitpunkt. Es war ein Schlag unter die Gürtellinie. Alle waren gezwungen, über sich selber nachzudenken. Ich wollte einen Prozess einleiten, dass künftig jeder jeden Gegner ernst nimmt und sich gewissenhaft vorbereitet. Wir führten sehr intensive Gespräche. Einer Schweizer Mannschaft genügen 80 Prozent Leistung nicht. Grössere Nationen reicht das unter Umständen, uns nicht.»

Die Wende mit den Siegen gegen Lettland und Griechenland im Oktober hat die Lage entschärft. Hitzfelds Forderungen und Ansprüche wurde von der Equipe erfüllt. Seine Linie ist deutlich erkennbar.

«Wir haben die gewünschte Reaktion gezeigt. In Griechenland haben ja noch nicht viele Teams gewonnen. Wir haben uns eine gute Ausgangsposition geschaffen. Wir können die Qualifikation aus eigener Kraft schaffen, die Chancen sind intakt. Entscheidend sind die nächsten Spiele gegen Moldawien.»

Probables in ansprechender Form

Im letzten Spiel des Jahres gegen Finnland sichtete Hitzfeld die Probables. Die Kandidaten präsentierten sich in ansprechender Form. Reto Ziegler als linker Aussenverteidiger und Blerim Dzemaili erweiterten den Kreis ernsthafter Alternativen. Keeper Marco Wölfli «strahlte Ruhe aus» und empfahl sich als Nummer 2 hinter dem gesetzten Diego Benaglio.

«Blerim fehlte der absolute Rhythmus noch. Aber das ist auch klar. Er war lange weg. Er braucht noch vier Monate für den absoluten Rhythmus. Aber er hat sich ins Spiel hineingearbeitet. Ziegler gab auch ein Comeback. Er überzeugte mit seiner Unbekümmertheit und seinem Drang, sich in die Offensive einzuschalten. Er ist jung und muss frech sein. Und ihm gelang ein tolles Tor zum traumhaften Einstand.»

In der Innenverteidigung setzte Hitzfeld überraschend in jeder Partie auf Stéphane Grichting. Der kräftige Auxerre-Professional profitierte von den verletzungsbedingten Rochaden am meisten. Die nominelle Nummer 4 rückte in die Pole-Position vor.

«Grichting war ein sehr zuverlässiger Abwehrpatron. Auf ihn ist Verlass. Ich weiss, was er kann. Er hat einen Bonus. Man sah gestern (gegen Finnland), dass Djourou Probleme hatte mit dem Rhythmus. Wenn Senderos regelmässig spielen würde, wäre er eine Verstärkung. Wenn er aber fast nicht spielt, wird es schwierig. Ich bin aber froh, dass ich Alternativen habe.»

(von Sven Schoch, Abtwil/Si)

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