Otto G. Loretan sieht sich zum Sündenbock gestempelt
publiziert: Freitag, 31. Okt 2003 / 14:30 Uhr

Susten - Am letzten Prozesstag in Sachen Leukerbad-Debakel vor dem Kreisgericht Oberwallis hat Otto G. Loretan sein Schweigen gebrochen. Der angeklagte ehemalige Gemeindepräsident sieht sich vom Staatsanwalt zum Sündenbock gestempelt.

Der frühere Gemeindepräsident von Leukerbad, Otto G. Loretan, erwartet die Urteilseröffnung am 11.November.
Der frühere Gemeindepräsident von Leukerbad, Otto G. Loretan, erwartet die Urteilseröffnung am 11.November.
Mit diesem Stigma werde ich leben müssen, erklärte Loretan in seinem Schlusswort. Der Staatsanwalt habe exemplarisch hohe Strafen gefordert in einem Verfahren, das eines Rechtsstaates unwürdig ist und gar Menschenrechts-Normen verletzt habe.

Es schmerze zu hören, dass er das Geld für die von mir erbrachten Leistungen nicht Wert gewesen sein soll, sagte Loretan weiter. Sein Wille sei es gewesen, Leukerbad zu einem zukunftsträchtigen Kurort auszubauen. Diese Politik sei von der Gemeinde aber auch von Banken und Versicherungen mitgetragen worden.

Fehleinschätzungen hätten diese Ziele aber kaputt gemacht. Die Mitverantwortung dafür habe er öffentlich eingestanden. Trotzdem sei er gedemütigt, geprügelt und zum alleinigen Sündenbock gestempelt worden, sagte Loretan weiter. Er bat das Gericht, dem unheuren Druck der Öffentlichkeit und der Medien zu widerstehen und ihn freizusprechen.

Das Urteil wird am 11. November eröffnet.

(bsk/sda)

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