Opfer des Bürgerkriegs im Stich gelassen
Oxfam beklagt fehlende Hilfe in Syrien
publiziert: Montag, 1. Feb 2016 / 07:59 Uhr
Oxfam zufolge zahlen die meisten reichen Länder weniger als sie eigentlich sollten. (Symbolbild)
Oxfam zufolge zahlen die meisten reichen Länder weniger als sie eigentlich sollten. (Symbolbild)

Berlin - Vor der Londoner Geberkonferenz für Syrien am kommenden Donnerstag hat die Hilfsorganisation Oxfam eine Verdopplung der Hilfszahlungen zur Bewältigung der Syrien-Krise gefordert. Die Hauptlast der Krise werde von ärmeren Ländern geschultert.

9 Meldungen im Zusammenhang
Die bislang zur Verfügung gestellten Mittel reichten "bei weitem nicht aus, um der wachsenden Not in Syrien und auch in Nachbarstaaten wie Libanon und Jordanien zu begegnen", erklärte Oxfam am Montag. Die Hilfsaufrufe der Vereinten Nationen für Syrien und die Nachbarländer seien 2015 "nur zur Hälfte gedeckt" gewesen. Reiche Geberstaaten hätten finanziell "nur einen Bruchteil dessen beigetragen, war ihrer wirtschaftlichen Leistungskraft entspricht".

Gemessen an der Grösse der Wirtschaft spende etwa Russland nur ein Prozent und Saudi-Arabien 28 Prozent des Anteils, der eigentlich auf sie entfalle, kritisierte Oxfam. Bei Frankreich sind es demnach 45 Prozent.

Alle drei Staaten intervenieren in Syrien: Russland unterstützt die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad mit Luftangriffen, Saudi-Arabien leistet Rebellen Militärhilfe, und Frankreich beteiligt sich am internationalen Militäreinsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Oxfam zufolge zahlen die meisten reichen Länder weniger als sie eigentlich sollten. Von den 8,9 Milliarden Dollar, die im vergangenen Jahr angefordert worden seien, seien zudem nur 56,5 Prozent gezahlt worden.

Positive Ausnahmen

Zu den wenigen positiven Ausnahmen zählten Deutschland, Norwegen, Dänemark, Grossbritannien und Kuwait, die "deutlich mehr als ihren 'gerechten Anteil' aufgewendet" hätten, hiess es weiter.

Die Krise in Syrien gehe alle an, reiche Staaten müssten sich endlich ihrer Verantwortung stellen und ihre Hilfe massiv aufstocken, forderte der Syrien-Experte von Oxfam Deutschland, Robert Lindner. "In diesem Jahr brauchen wir das Doppelte von dem, was 2015 aufgebracht wurde."

Von den europäischen Regierungen forderte Oxfam, sichere und legale Einreisewege für Menschen auf der Flucht zu schaffen. Syrische Flüchtlinge, die in Nachbarländern wie Jordanien und im Libanon bleiben wollten, sollten die Möglichkeit erhalten, selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen und ausreichenden Zugang zu Arbeit, Bildung und Gesundheitsfürsorge erhalten.

Die "einflussreichen Staaten", die auf der Geberkonferenz in London am Donnerstag zusammenkämen, müssten "alles daran setzen, eine tragfähige Friedenslösung für den Konflikt in Syrien zu ermöglichen", forderte Oxfam.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Genf - Reiche Länder haben bislang nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam nur einen Bruchteil der knapp fünf Millionen ... mehr lesen 1
Syrische Flüchtlinge finden zuwenig Unterschlupf in reichen Ländern.
820'000 Menschen profitierten von insgesamt 78 Projekten der elf Nichtregierungsorganisationen.
Bern - Die Schweizerinnen und Schweizer zeigen sich ausserordentlich solidarisch mit den Opfern des Krieges in Syrien. Seit August ... mehr lesen
London - Die Weltgemeinschaft zahlt mehr als zehn Milliarden Dollar an internationale Hilfsorganisationen für syrische ... mehr lesen
Geberkonferenz will Milliarden-Hilfen für die Flüchtlinge und Opfer des Bürgerkriegslandes sammeln.
London - In London hat am Donnerstag eine internationale Syrien-Geberkonferenz begonnen, die Milliarden-Hilfen für die ... mehr lesen
Genf - Während die Syrien-Friedensgespräche in Genf nur in winzigen Schritten vorankommen, geraten die Rebellen im Norden ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Genf - Syrische Zivilisten auszuhungern ist laut UNO möglicherweise ein Kriegsverbrechen - dafür dürfe es keine Amnestie ... mehr lesen
Verbrechen gegen die Menschlichkeit duldet die UNO nicht.
Mittlerweile lebt weltweit von neun Kindern eines in einem Gebiet mit bewaffneten Konflikten.
Genf - Mehr als 43 Millionen Kinder brauchen nach UN-Angaben infolge bewaffneter ... mehr lesen
New York - Der UNO-Sicherheitsrat hat eine Resolution zu humanitären Hilfslieferungen in das Bürgerkriegsland Syrien erneuert. Die 15 Mitglieder des Gremiums, darunter ... mehr lesen
Eine Resolution zu humanitären Hilfslieferungen in das Bürgerkriegsland Syrien erneuert. (Symbolbild)
Vor weiteren Gesprächen seien Fortschritte bei der Waffenruhe und Hilfslieferungen nötig, sagte de Mistura.
Vor weiteren Gesprächen seien ...
Zusammenkunft momentan nicht möglich  Genf - Die Friedensgespräche für Syrien in Genf werden nach UNO-Angaben frühestens in einigen Wochen wieder aufgenommen werden können. Innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen werde keine neue Gesprächsrunde beginnen, sagte der UNO-Sondergesandte Staffan de Mistura. 
Syrer sollen neuen Präsidenten wählen Moskau - Im Bürgerkriegsland Syrien sollen in spätestens anderthalb Jahren unter UNO-Aufsicht ein neuer Präsident ...
Der syrische Staatschef Baschar al-Assad (links) hat Ende Februar überraschend Parlamentswahlen für den 13. April angesetzt. (Archivbild)
Syrien-Friedensgespräche in Genf um zwei Tage verschoben Genf/Damaskus - Die Wiederaufnahme der Friedensgespräche für ...
«Operation Condor»  Buenos Aires - 15 ehemalige argentinische Militärs sind am Freitag wegen der Verfolgung ...
Als die Urteile von Richter Oscar Almirante in Abwesenheit der Angeklagten verlesen wurden, applaudierten viele Zuschauer.
Im Yemen hatte er in einem Al-Kaida-Lager eine Ausbildung im Umgang mit Sprengstoff durchlaufen.
In New York  Washington - Ein Gericht in New York hat einen 33 Jahre alten Al-Kaida-Terroristen zu 40 Jahren Haft verurteilt. Minh Quang Pham hatte sich ...  
Titel Forum Teaser
  • MichaelHaab aus Knonau 1
    globale Ungleichheit EGal wie schwierig es ist,die Grenzen zu überwinden, egal wie hoch die ... heute 08:53
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3937
    Unglaublich... was diese angeblichen "Flüchtlinge" da abziehen. Das sind keine ... gestern 12:13
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3937
    "Flüchtlingskrise" Lösen kann man das Problem nur in den Ländern aus denen die Leute ... gestern 09:33
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3937
    Deutschland... ist eines der wenigen Länder, das sich enorm mit der Integration der ... Mi, 25.05.16 13:42
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3937
    Der... Grund für die Misere liegt ganz woanders und ist im Prinzip sehr ... Di, 24.05.16 11:04
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3937
    "Flüchtlingslager-Räumung" Gut für die Einwohner von Idomeni, die nun bald ihr Leben, ihre ... Di, 24.05.16 10:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1760
    Im letzten Moment die Kurve gekriegt! Den Oesterreichern herzlichen Glückwunsch! Unter den Rechten gehts ... Mo, 23.05.16 18:01
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3937
    R. Erdogans... Berater Burhan Kuzu sandte bereits am 10. 5. 2016 eine Drohung gen EU, ... Mo, 23.05.16 17:21
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 14°C 25°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig viele Gewitter bewölkt, etwas Regen
Basel 14°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich stark bewölkt, Regen
St. Gallen 15°C 23°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Bern 14°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen stark bewölkt, Regen
Luzern 14°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Genf 13°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich stark bewölkt, Regen
Lugano 16°C 23°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich Gewitter möglich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten