Pakistanische Kinderaktivistin in britisches Spital verlegt
publiziert: Montag, 15. Okt 2012 / 08:02 Uhr / aktualisiert: Montag, 15. Okt 2012 / 10:47 Uhr
Nach dem schweren Taliban-Angriff muss sich die Kinderaktivistin vollständig erholen.
Nach dem schweren Taliban-Angriff muss sich die Kinderaktivistin vollständig erholen.

Islamabad - Die bei einem Taliban-Überfall schwer verletzte 14-jährige pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai ist zur weiteren medizinischen Versorgung nach Grossbritannien gebracht worden. Das teilte ein Sprecher des Militärs mit.

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Ärzte hatten empfohlen, das Mädchen in eine britische Einrichtung zu verlegen, die auf schwer verletzte Kinder spezialisiert ist. Experten seien sich einig, dass die Schülerin wegen der «physischen und psychologischen Folgen» des Angriffs ausgedehnte Pflege benötige. Malala sei von einem Rettungsflugzeug ausgeflogen worden, das die Vereinigten Arabischen Emirate organisiert hätten.

Am Sonntag hatte ein Militärsprecher mitgeteilt, dass das Mädchen langsam gesundheitliche Fortschritte mache, allerdings noch immer bewusstlos sei und künstlich beatmet werde. Malala war zuvor in pakistanischen Militärspitälern behandelt worden.

Die 14-Jährige war vergangene Woche von Taliban-Kämpfern im Swat-Tal überfallen worden, dabei erlitt sie unter anderem einen Kopfschuss. Als Grund nannten die Taliban ihr Engagement für die Bildung von Mädchen.

Die Provinzregierung setzte eine Prämie von zehn Millionen Rupien (rund 96'000 Franken) für Informationen aus, die zur Ergreifung der Täter führen.

Die 14-Jährige hatte sich trotz Drohungen der Extremisten seit Jahren um Bildung für Mädchen bemüht und dafür auch den Friedenspreis ihres Landes erhalten. Bereits vor drei Jahren hatte die damals 11-Jährige damit begonnen, für die britische BBC einen Blog zu schreiben.

Der Anschlag hatte in Pakistan und international Entsetzen ausgelöst. Das Militär machte keine Angaben dazu, wo genau Malala in Grossbritannien behandelt werden sollte.

Gefechte im Nordwesten

Unterdessen griffen nach Angaben der Polizei bis zu 300 Aufständische einen Kontrollposten der Sicherheitskräfte in der nordwestpakistanischen Provinz Khyber-Pakhtunkhwa an.

Beim mehrstündigen Gefecht in der Nacht seien sechs Angehörige der Sicherheitskräfte getötet und elf verwundet worden, sagte ein Polizeisprecher. Auch die Aufständischen hätten Verluste erlitten. Extremisten wie die Taliban greifen regelmässig Checkpoints an.

(laz/sda)

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