Drohnen im Einsatz
Pakistanische Provinz kämpft gegen Drachensteigen
publiziert: Freitag, 11. Mrz 2016 / 14:16 Uhr / aktualisiert: Freitag, 11. Mrz 2016 / 20:31 Uhr
Pakistan will keine Drachen am Himmel sehen. (Symbolbild)
Pakistan will keine Drachen am Himmel sehen. (Symbolbild)

Islamabad - Pakistans grösste Provinz Punjab geht mit aller Härte gegen einen Kindersport vor. Sie hat das Drachensteigen verboten, spürt Spieler mit Drohnen auf und sperrt sie sogar ein. Mehrere Hunderttausend Drachen wurden provinzweit seit Jahresbeginn konfisziert.

Dies sagte eine Polizeisprecherin in der Grossstadt Lahore, Nabila Razanfar, der Nachrichtenagentur dpa am Freitag. Allein in der Grossstadt Rawalpindi wurden demnach mehr als 100'000 Drachen beschlagnahmt. 600 Menschen landeten dort hinter Gittern.

In der Nacht seien wieder welche dazu gekommen, sagte der Polizeibeamte Sayed Imran Haidar. Sie hätten das Basant-Festival gefeiert: ein uraltes Frühlingsfest der Provinz, zu dem traditionell Drachen geflogen werden.

Volkssport in Pakistan

Das Drachensteigen ist Volkssport in Pakistan und vor allem im Punjab. Jedes Frühjahr, das mit warmen Brisen schon im Februar beginnt, spielen Millionen von Erwachsenen und Kindern mit ihren Fluggeräten.

Es sei aber ein gefährlicher Sport, sagt die Polizei. Allzu oft würde er in Form von Duellen ausgetragen. Die Schnur sei dann aus Metall oder mit gemahlenem Glas besetzt.

Damit wollen die Lenker der Papierflieger die Konkurrenz im wahrsten Sinn des Wortes absägen. Öfter erwischen sie aber auch Finger, Hände, sogar Hälse. Manchmal gibt es Tote. Deshalb gibt es Flugverbote schon seit Jahren.

Aber es steckt noch etwas anderes dahinter: das Missfallen der mächtigen religiösen Führer. Basant stamme von Hindu-Ritualen ab, sagen sie. Deshalb sei es «unislamisch».

(bg/sda)

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