Palästinenser-Regierung macht Weg frei für Exhumierung Arafats
publiziert: Mittwoch, 4. Jul 2012 / 21:59 Uhr
In den letzten Tagen waren erneut Vorwürfe laut geworden, der 2004 gestorbene Arafat sei vergiftet worden.
In den letzten Tagen waren erneut Vorwürfe laut geworden, der 2004 gestorbene Arafat sei vergiftet worden.

Jerusalem - Die palästinensische Führung hat einer Exhumierung Jassir Arafats zugestimmt, um die Todesursache des früheren Präsidenten zu klären. Ein Sprecher des Arafat-Nachfolgers Mahmud Abbas erklärte am Mittwoch, die Palästinenser-Behörde wolle den Weg für eine Untersuchung freimachen.

5 Meldungen im Zusammenhang
In den letzten Tagen waren erneut Vorwürfe laut geworden, der 2004 gestorbene Arafat sei vergiftet worden. Eine Untersuchung des Instituts für Strahlenphysik in Lausanne hatte ergeben, dass seine Kleidungsstücke hohe Mengen des radioaktiven Stoffes Polonium-210 aufwiesen.

François Bochud vom Lausanner Institut hatte am Dienstag erklärt, dass unter anderem in der Unterwäsche und den Spitalhemden Arafats erhöhte Poloniumwerte festgestellt wurden, bedeute nicht automatisch, dass er vergiftet worden sei.

Vergiftung ist möglich

«Was man sagen kann, ist, dass wir ein unerklärtes Polonium-Niveau haben», sagte Bochud. Das deute auf die Hypothese einer Vergiftung hin, aber die Ergebnisse seien kein Beweis für eine Vergiftung.

Bochud erklärte, sein Team habe die Gegenstände untersucht, die Arafat kurz vor seinem Tod benutzt haben soll - aber auch Kleidungsstücke, die er nicht trug. Nach Angaben von Arafats Witwe Suha waren die Gegenstände in einem sicheren Raum im Büro ihres Anwalts in Paris untergebracht, bevor sie die Schweizer Wissenschaftler Anfang des Jahres mit der Untersuchung beauftragte.

Suhas Andeutung

Im Gespräch mit dem TV-Sender Al-Dschasira erhob Suha keine direkten Anschuldigungen. Sie deutete aber an, Israel und die USA hätten ihren Mann als Hindernis für einen Frieden im Nahen Osten betrachtet. Israel wies eine Verwicklung in die Todesumstände stets zurück.

Nach langer Krankheit war Arafat in ein französisches Militärspital geflogen worden und dort im November 2004 im Alter von 75 Jahren gestorben. Die behandelnden französischen Ärzte hatten angegeben, sie hätten die Todesursache nicht feststellen können. Arafat liegt in Ramallah im Westjordanland begraben.

Mit Polonium-210, offenbar mit Essen verabreicht, wurde der russische Regierungskritiker und Ex-Spion Alexander Litwinenko vergiftet. Er starb 2006 in London.

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Nanterre - Französische Ermittler wollen am 26. November nach Ramallah im Westjordanland reisen, um den Leichnam des ... mehr lesen
Der Leichnam des ehemaligen Palästinenserpräsidenten wird nach Ramallah gebracht.
Paris - Acht Jahre nach dem Tod von Palästinenserpräsident Jassir Arafat hat die französische Justiz Ermittlungen wegen Mordverdachts eingeleitet. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus informierten Kreisen. mehr lesen 
Paris - Suha Arafat, die Witwe des verstorbenen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat, hat am Dienstag in Nanterre bei Paris Klage eingereicht wegen des Verdachts auf Vergiftung ihres Mannes. Auch ihre Tochter Saura ist Mitklägerin, wie die Anwälte der beiden Frauen in Paris mitteilten. mehr lesen 
Ramallah - Nach Berichten über eine mögliche Vergiftung des verstorbenen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat hat dessen Nachfolger Mahmud Abbas sich für eine rasche Autopsie ausgesprochen. Das sagte Abbas' Vertrauter Sajeb Erakat der Nachrichtenagentur AFP. mehr lesen 
Viele der Flüchtlinge sagten, sie seien vor der Gewalt der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien oder dem Irak geflohen. (Symbolbild)
Viele der Flüchtlinge sagten, sie seien vor der ...
Flüchtlinge  Athen - Knapp 600 Flüchtlinge an Bord eines seit zwei Tagen im Mittelmeer treibenden Frachters sind auf die griechische Insel Kreta gebracht worden. Unter den Passagieren, die aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und dem Iran stammen, seien viele Frauen und Kinder, sagte der Stadtpräsident des Inselortes Ierapetra, Theodosis Kalantzakis. 
Indien  Neu Delhi - In Indien hat ein Gericht die ...
Die Weltgesundheitsorganisation WHO bescheinigte Neu Delhi in diesem Jahr die durchschnittlich höchste Feinstaubbelastung von 1600 untersuchten Städten weltweit. (Symbolbild)
Die städtischen Polizeibehörden sollen abgeschafft und von den Einheiten auf bundesstaatlicher Ebene ersetzt werden.
Mexiko  Chilpancingo - In der mexikanischen Provinz Guerrero haben Unbekannte elf Menschen getötet. Die ...  
Nigeria  Yola - Bei einem Bombenanschlag im Nordosten Nigerias sind rund 40 Menschen getötet worden. ...  
Erst am Dienstag waren bei Selbstmordanschlägen der Gruppe in Maiduguri mindestens zehn Menschen getötet worden. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • BigBrother aus Arisdorf 1461
    Bitte Scheuklappen ablegen Wie immer aus der Perspektive einer Ultra-Linken Emanze geschrieben. ... gestern 22:39
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2595
    Man... sollte die Intelligenz von V. Putin nicht unterschätzen. Er weiss ... gestern 10:40
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2595
    Warren Buffet... hat es doch schon öffentlich gesagt, um was es hier grundsätzlich geht: ... Mi, 26.11.14 14:35
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2595
    Toleranz! In Europa lässt man das Schweinefleisch vom Speiseplan verschwinden, ... Mi, 26.11.14 13:53
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2595
    Der... IS kassiert bald eine krachende Niederlage, die seinen Status als ... Mi, 26.11.14 11:44
  • jorian aus Dulliken 1524
    Wer hat die Islamisten mit Waffen beliefert? Das waren die US of A, Israel und die Saudis. Kehren Menschen aus ... Mi, 26.11.14 06:42
  • thomy aus Bern 4172
    Ich sah gestern die TV-Sendung 'Hart aber fair' ... Das Thema war der "Islam" .... Da wurde u.a. der weltweite ... Di, 25.11.14 17:20
  • LinusLuchs aus Basel 49
    Gesinnung des KKK Für das Strafmass sollte ausschliesslich die Schwere der Tat ... Di, 25.11.14 14:18
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 4°C 7°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 6°C 8°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 5°C 6°C leicht bewölkt, wenig Regen nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Bern 7°C 8°C leicht bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt
Luzern 8°C 9°C leicht bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt
Genf 10°C 12°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 8°C 9°C bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten