London - Die bunten Papageienfische könnten die Retter der karibischen Korallenriffe werden. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Exeter University in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature.

Viele der Korallen könnten diese Invasion nicht überleben, fürchten die Experten. Die schlimmsten Bedrohungen der Riffe sind verunreinigte Abwässer - vor allem jene mit Düngemitteln und Pestiziden aus der Landwirtschaft, sowie Überfischung.
Hinzu kommt noch der Stress der Korallen durch die Klimaerwärmung. «Es sollte rasch gehandelt werden, um die Papageienfische als letzte Retter zu schützen, ehe die Ökosysteme total kippen.» Die Riffe in der Karibik sind besonders stark von der Überdüngung betroffen. In den kommenden 50 Jahren werden unter jetzigen Umständen die meisten Riffe verschwunden sein.
Tausende von Lebewesen
«Geschädigte Riffe sind auch durch Wirbelstürme und wärmeres Wasser bedroht», so Mumby. Das Team um Mumby kann anhand von Computersimulationen vorhersagen, ob sich Korallenriffe nach der Besiedelung von Algen wieder erholen können - vor allem dann, wenn einer der Stressfaktoren wegfällt.
«Ein Riff kann praktisch permanent krank sein, so der Wissenschaftler. Je schlechter der Zustand, desto schwieriger wird es für das Ökosystem sich zu erholen». Mumby betont, dass Korallenriffe nicht nur Lebensraum für tausende verschiedene Lebewesen sind, sondern auch zur Erhaltung des Lebensraumes für Menschen von grosser Bedeutung sind.
Massensterben der Seeigel
Daher ist rasches Handeln angesagt, wie der Meeresbiologe betont. «Die Schlüsselbotschaft ist, dass wir schnell reagieren müssen und dafür sorgen sollten, dass die Riffe nicht in einen Zustand kommen, der eine Erholung praktisch aussichtslos macht. Gesunde Korallenriffe brauchen Papageieneinfische.»
Ein grosser Rückschlag für die Korallenriffe war das Massensterben der Seeigel Diadema antillarum in den 1980er Jahren. Neben den Papageienfischen waren die Seeigel nämlich die einzigen Lebewesen, die die Korallen frei von Bewuchs hielten. «In der Zwischenzeit sind nur noch die Papageienfische übrig geblieben», so der Experte. Die Fische sind in erster Linie durch die Fischerei bedroht.
No-Fishing-Zonen nötig
Mumby hatte bereits vor einigen Jahren in zwei Riffregionen der Karibik deutlich gemacht, dass No-Fishing-Zonen sowohl dem Fischbestand als auch den Korallen zu Gute kommen.
Die Arbeit von Mumby wurde von der US Environmental Protection Agency, der Royal Society, dem Natural Environment Research Council und der National Science Foundation unterstützt.
(ht/pte)
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