Rückflug von Lesbos
Papst Franziskus kehrt mit Flüchtlingen nach Rom zurück
publiziert: Samstag, 16. Apr 2016 / 15:47 Uhr

Lesbos/Athen/Rom - Papst Franziskus ist am Samstagnachmittag nach einem kurzen Besuch auf der griechischen Ägäis-Insel Lesbos nach Rom zurückgeflogen. Er nahm drei Flüchtlingsfamilien aus Syrien mit, darunter sechs Kinder. Den Abflug übertrug das griechische Fernsehen (ERT).

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Gemeinsam mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Bartholomaios I. und dem orthodoxen Erzbischof Hieronymus II. hatte der Pontifex Hunderte Asylsuchende getroffen.

Im Aufnahmelager von Moria ass der Argentinier mit acht von ihnen zu Mittag. Hilfsorganisationen nennen die Unterbringung der rund 3000 Flüchtlinge in dem so genannten Hotspot menschenunwürdig.

Zudem unterzeichneten die drei Kirchenführer eine gemeinsame Erklärung für den Schutz der Flüchtlinge. Sie beteten ausserdem für Menschen, die auf der Flucht ihr Leben in der Ägäis verloren haben.

Der Papst gedachte der Hunderten Flüchtlinge, die im Mittelmeer ums Leben kamen. Das katholische Kirchenoberhaupt, der griechisch-orthodoxe Patriarch Bartholomaios I. und der orthodoxe Erzbischof Hieronymus II. warfen am Samstag im Hafen des Hauptortest Mytilini drei Kränze ins Meer. «Wir sind alle Flüchtlinge», sagte der Papst.

Vermehrter Einsatz für Flüchtlinge

Seit seinem Amtsantritt im März 2013 hat sich Papst Franziskus immer wieder für die Flüchtlinge eingesetzt und Europa zu mehr Engagement und Solidarität aufgerufen. Nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt besuchte der 79-Jährige die italienische Insel Lampedusa, zuletzt wusch er in Rom am Gründonnerstag mehreren Flüchtlingen die Füsse.

Mehr als eine halbe Million Flüchtlinge war vergangenes Jahr über Lesbos nach Griechenland eingereist. Seit Beginn des Jahres trafen nach UNO-Angaben bereits knapp 90'000 Menschen auf der Ägäis-Insel Lesbos ein, davon ein Drittel Kinder.

Laut dem Flüchtlingspakt mit der Türkei werden seit dem 20. März aber sämtliche Flüchtlinge in die Türkei zurückgeschickt, deren Asylantrag in Griechenland nicht angenommen wurde. Im Gegenzug für die Rücknahme der Flüchtlinge haben die EU-Länder zugesagt, für jeden zurückgeschickten Syrer auf legalem Wege einen anderen syrischen Flüchtling aus der Türkei aufzunehmen.

 

(kjc/sda)

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