Mauern statt Brücken
Papst sagt: Trump ist kein Christ
publiziert: Donnerstag, 18. Feb 2016 / 22:49 Uhr

Vatikanstadt - Papst Franziskus hat dem republikanischen US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump eine unchristliche Haltung gegenüber Einwanderern aus Mexiko vorgeworfen. «Jemand, der Mauern anstelle von Brücken bauen will, ist kein Christ», sagte das katholische Kirchenoberhaupt.

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Der Papst war zu dieser Zeit auf der Rückreise von seinem Mexiko-Besuch. Trump bezeichnete die Äusserungen des katholischen Kirchenoberhaupts wiederum als «schändlich».

Der Papst bezog sich mit seiner Äusserung auf die Ankündigung Trumps, im Falle eines Wahlsieges eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu errichten, um die illegale Einwanderung in die USA einzudämmen. Franziskus betonte, er wolle sich nicht in den US-Wahlkampf einmischen oder eine Wahlempfehlung für oder gegen Trump abgeben. «Ich sage nur: Wenn er solche Dinge sagt, dann ist dieser Mann kein Christ.»

Trump reagiert empört

Trump reagierte umgehend: «Es ist schändlich von einem religiösen Führer, den Glauben eines Menschen in Frage zu stellen», erklärte Trump. «Ich bin stolz, ein Christ zu sein und als Präsident werde ich nicht erlauben, dass das Christentum ständig angegriffen und geschwächt wird.»

Trump hatte bereits vergangene Woche Kritik am Papst geübt und ihm vorgeworfen, die Grenze zu den USA nur auf Drängen der mexikanischen Regierung zu besuchen.

Der Papst war am Mittwoch zum Abschluss seines fünftägigen Besuches in Mexiko an die Grenze zu den USA gereist und hatte zur Solidarität mit Flüchtlingen in aller Welt aufgerufen.

«Wir dürfen die Augen nicht vor der humanitären Krise verschliessen, die sich in den vergangenen Jahren in der Auswanderung tausender Menschen gezeigt hat», sagte der 79-Jährige während einer Messe in der Grenzstadt Ciudad Juárez. Die weltweit «erzwungene Migration» sei eine «menschliche Tragödie».

In einer symbolischen Geste bestieg der Papst eine Rampe am Rio Grande und schaute über die Grenze in die USA, wo hunderte Migranten ihm zuwinkten.

Verweis auf Islamisten-Gefahr

Trump warf der mexikanischen Regierung nun vor, dem Papst nur «eine Seite der Geschichte» gezeigt zu haben. «Er hat nicht die Kriminalität, den Drogenhandel und die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen gesehen, welche die aktuelle Politik auf die USA hat», erklärte Trump.

«Wenn der Vatikan von der Terrormiliz Islamischer Staat angegriffen wird, was, wie jeder weiss, dessen ultimative Trophäe ist, verspreche ich euch, dass der Papst gewünscht und gebetet hätte, dass Donald Trump Präsident gewesen wäre, weil dies nicht geschehen wäre», erklärte Trump.

(cam/sda)

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