Lob für Atomvereinbarung mit dem Iran
Papst spricht vor Tausenden Pilgern Segen «Urbi et Orbi»
publiziert: Sonntag, 5. Apr 2015 / 10:56 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 5. Apr 2015 / 17:14 Uhr

Rom - Trotz strömenden Regens sind Tausende zur Ostermesse mit dem Papst auf den Petersplatz in Rom gekommen. In seiner Osterbotschaft würdigt Franziskus die Atomvereinbarung mit dem Iran - und erinnerte an die schwierige Situation im Nahen Osten.

3 Meldungen im Zusammenhang
Franziskus bat um Frieden für die Welt und ein Ende des Blutvergiessens. Die Einigung im Atomstreit mit dem Iran sei eine wichtige Etappe auf dem Weg in eine friedliche Welt. Er hoffe, dass die Vereinbarung "ein endgültiger Schritt in Richtung auf eine sicherere und brüderlichere Welt" sei, sagte der 78-Jährige am Sonntag in seiner Osterbotschaft vor Tausenden Pilgern auf dem Petersplatz.

Die am Donnerstag erzielte vorläufige Übereinkunft soll dazu führen, dass der Iran seine nuklearen Aktivitäten deutlich einschränkt und der Westen im Gegenzug seine Wirtschaftssanktionen aufhebt. Ein bindendes Abkommen soll bis Ende Juni verhandelt werden.

Franziskus rief zum Ende von Kriegen und Gewalt in den Krisenregionen der Welt auf und betete für Frieden im Nahen Osten. "Möge zwischen Israelis und Palästinensern die Kultur der Begegnung wachsen und der Friedensprozess wieder aufgenommen werden", bat er.

Frieden der Stadt und dem Erdkreis

"Vom auferstandenen Herrn erflehen wir die Gnade, nicht dem Stolz nachzugeben, der die Gewalt und die Kriege schürt, sondern den demütigen Mut zur Vergebung und zum Frieden zu haben", sagte der Argentinier vor Millionen Menschen in aller Welt, die die Botschaft und den Segen "Urbi et Orbi" im Fernsehen oder über das Internet verfolgten.

Auch an das Schicksal verfolgter Christen erinnerte der Papst, der zudem der am Donnerstag in Kenia getöteten Studenten gedachte: "Den siegreichen Jesus bitten wir, die Leiden unserer vielen Brüder und Schwestern zu lindern, die seines Namens wegen verfolgt werden."

Den Segen "Urbi et Orbi", der Stadt und dem Erdkreis, sprach er von der Loggia des Petersdoms. Dies war der Höhepunkt der traditionellen Osterfeiern in Rom.

Zuvor hatte Franziskus mit den Gläubigen, die im strömenden Regen mit Schirmen ausharrten, die Messe zur Auferstehung Christi gefeiert. Danach hörte es auf zu regnen, und der Papst fuhr einige Runden auf dem Petersplatz und begrüsste die Pilger.

Forderung nach Respekt und Demut

Für Syrien und den Irak forderte der Papst ein Ende des "Getöses der Waffen". Die internationale Gemeinschaft dürfe "angesichts der ungeheuren humanitären Tragödie" nicht untätig bleiben. Franziskus forderte die Menschen auf, sich gegenseitig mit Respekt und Demut zu begegnen. "Das ist nicht Schwäche, sondern wirkliche Kraft!"

Der Papst, der am Karfreitag erneut Ostergeschenke an Obdachlose in Rom hatte verteilen lassen, sprach in seiner Botschaft auch "den Ausgeschlossenen, den Gefangenen, den Armen und den Migranten, die so oft abgelehnt, schlecht behandelt und ausgesondert werden", Mut zu.

Franziskus verurteilte das "derzeitige sinnlose Blutvergiessen" in Libyen und forderte Frieden für den Jemen, Nigeria, den Süd-Sudan, verschiedene Regionen des Sudan und die Demokratische Republik Kongo. Für die Ukraine bat der Pontifex: "Möge das Land dank dem Einsatz aller Beteiligten wieder zu Frieden und Hoffnung finden."

Messe zur Auferstehung in Jerusalem

Auch im Heiligen Land feierten Tausende Ostern. In der Grabeskirche in Jerusalem zelebrierte der lateinische Patriarch Fuad Twal am Morgen die Messe zur Auferstehung von Jesus Christus.

In seiner Osterbotschaft erinnerte das Oberhaupt der katholischen Kirche im Heiligen Land daran, dass im Nahen Osten täglich "tragische Ereignisse" passierten. "Als Christen müssen wir im Herzen des Nahen Ostens, der von Kriegen und Gewalt erschüttert wird, andere Zeichen der Hoffnung setzen", forderte Twal.

Nach christlichem Glauben steht die Grabeskirche am Ort der Kreuzigung und Wiederauferstehung Jesu Christi.

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Aden - Bei den Kämpfen im Jemen sind in den vergangenen Wochen nach ... mehr lesen 1
«Der Krieg in Aden findet auf jeder Strasse, an jeder Ecke statt». (Archivbild)
Hisbollah-Chef Sajjed Hassan Nasrallah.
Beirut - Der Anführer der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz hat die vorläufige Übereinkunft im Streit über das iranische Atomprogramm begrüsst. Das Atomabkommen werde ohne Zweifel ... mehr lesen
Rom - Papst Franziskus hat am Sonntag mit mehr als 150'000 Pilgern auf dem Petersplatz Ostern gefeiert. In seiner Predigt ... mehr lesen
Papst Franziskus feiert mit mehr als 150'000 Gläubigen Ostern. (Archivbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Papst Franziskus traf Flüchtlingskinder. (Archivbild)
Papst Franziskus traf Flüchtlingskinder. (Archivbild)
Treffen mit Kindern  Vatikanstadt - Papst Franziskus hat sich mit Flüchtlingskindern getroffen, deren Eltern bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer ums Leben gekommen sind. Gemeinsam gedachten sie der Opfer der Flüchtlingskatastrophen. mehr lesen 
Interreligiöser Dialog  Rom - Papst Franziskus hat am Montag erstmals den ägyptischen Grossscheich und Imam der Kairoer Al-Azhar-Universität im Vatikan empfangen. Die Begegnung sollte als Zeichen des Dialogs ... mehr lesen
Papst Franziskus trifft sich mit einem muslimischen Kollegen.
Friedenstreffen in Minsk geplant  Vatikan-Stadt/Minsk - Der weissrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat Papst Franziskus zu einem Friedenstreffen mit dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill eingeladen. Angesichts des Konflikts in der Ukraine seien neue Initiativen nötig, «am besten auch geistliche», sagte er. mehr lesen  
Der 70 Kilogramm schwere Hund wurde dem Papst nach der Audienz auf dem Petersplatz vorgestellt. (Archivbild)
Barry im Vatikan  Bern - «Magnum», ein prächtiges Exemplar von einem Bernhardinerhund und Nachfahre des berühmten «Barry», ist am Mittwoch zur Generalaudienz bei Papst Franziskus vorgelassen worden. ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 3°C 8°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Basel 4°C 9°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
St. Gallen 3°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
Bern 3°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen sonnig
Luzern 3°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
Genf 4°C 10°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen sonnig
Lugano 0°C 16°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten