Rückzieher von Benetton
Papst und Imam küssen sich nicht mehr
publiziert: Donnerstag, 17. Nov 2011 / 14:19 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 17. Nov 2011 / 14:58 Uhr

Rom - Nach heftigem Protest aus dem Vatikan hat der italienische Kleiderhersteller Benetton eine Fotomontage mit dem Papst zurückgezogen. Auf dem Bild war zu sehen, wie Papst Benedikt XVI. einen ägyptischen Imam auf die Lippen küsste.

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Das Plakat gehörte zu einer neuen globalen Werbekampagne unter dem Motto «UNHATE». Ein Benetton-Sprecher bestätigte, dass das Bild mit dem Papst und dem Imam nicht länger Teil der Kampagne sei. Benetton habe die «Gefühle der Gläubigen» nicht verletzen wollen, erklärte das für seine provozierende Werbung bekannte Unternehmen.

Vatikansprecher Federico Lombardi protestierte, es sei «absolut unannehmbar», dass das Bild des Oberhaupts der katholischen Kirche manipuliert und für kommerzielle Zwecke ausgenutzt werde. «Es zeigt einen schweren Mangel an Respekt gegenüber dem Papst, einen Angriff auf die Gefühle der Gläubigen», empörte sich Lombardi.

Das Bild, auf dem der Papst mit Scheik Ahmed al-Tajeb vom Kairoer Institut Al-Ashar zu sehen war, erschien auf der Website von Benetton. Es verschwand etwa eine Stunde nach dem Protest des Vatikans. Das Institut Al-Ashar hatte den Dialog mit dem Vatikan abgebrochen, nachdem Benedikt zu einem grösseren Schutz der christlichen Minderheit in Ägypten aufgerufen hatte.

Küssende Rivalen

Die UNHATE-Bilder wurden am Mittwoch in Mailand, New York, Paris, Tel Aviv und Rom vorgestellt. Sie sind weltweit in Filialen der Modekette sowie in Zeitungen, Zeitschriften und auf Internetseiten zu sehen.

Andere Bilder der Serie zeigen politische Rivalen beim Küssen, darunter US-Präsident Barack Obama und seinem chinesischen Amtskollegen Ju Jintao, den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas sowie den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Il und den südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak.

Schock-Werbung als Markenzeichen

Benetton betonte nach der Rücknahme des Papst-Bildes, in der UNHATE-Werbekampagne gehe es «ausschliesslich um den Kampf gegen die Kultur des Hasses», der Kuss sei das universellste Symbol der Liebe. Es handle sich um eine «konstruktive Provokation», erklärte Vize-Unternehmenschef Alessandro Benetton.

(bert/sda)

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