Parlament in Lausanne fordert Fixerraum
publiziert: Mittwoch, 8. Feb 2006 / 07:34 Uhr

Lausanne - Das Lausanner Stadtparlament will einen Fixerraum. Die Mehrheit der Stadträte verabschiedete am Dienstagabend eine Motion, die von der Regierung verlangt, ein Projekt für eine entsprechende Anlaufstelle für Drogenabhängige auszuarbeiten.

Solche Schicksale sollen vermieden werden: Obdachloser Fixer auf einer öffentlicher Toilette.
Solche Schicksale sollen vermieden werden: Obdachloser Fixer auf einer öffentlicher Toilette.
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Nach einer animierten Debatte stimmten 49 Stadträte der Motion zu, 30 Stadträte vor allem aus den bürgerlichen Reihen lehnten den Vorstoss ab.

Damit soll Lausanne, 20 Jahre nachdem Bern den ersten Fixerraum der Schweiz eröffnete und als zweite Stadt der Romandie, ein Gassenzimmer bekommen. In Fixerräumen erhalten Drogenkranke medizinische Überlebenshilfe. Sie dürfen aber auch mitgebrachte Drogen konsumieren, was im Rat deutliche Opposition hervorrief.

«Beihilfe zum Selbstmord»

Der Staat dürfe nicht einerseits den Drogenkonsum unter Strafe stellen und andererseits einen Ort schaffen, wo Drogen eingenommen werden dürfen, argumentierte die Minderheit. Bei dem Projekt handle es sich eher um Beihilfe zum Selbstmord als um Überlebenshilfe, sagte eine Stadträtin der Liberalen.

Ziel der Fixerräume sei es, die Risiken für die Ansteckung mit Hepatitis- und HI-Viren zu senken, hielt die Linke dagegen. Lausanne weise katastrophale Infektionsstatistiken aus, erklärte die Motionärin Solange Peters (SP).

Schon mehrere Versuche gescheitert

In den letzten 15 Jahren sind in Lausanne verschiedene Versuche gescheitert, ein solches Lokal zu öffnen. Auch nach dem positiven Ratsentscheid steht das neue Projekt auf fragilen Füssen.

Vertreter der bürgerlichen Parteien drohten unverholen mit einem Referendum gegen das Projekt, das nun von der Stadtregierung ausgearbeitet werden muss. Die Betriebskosten werden auf 1 bis 2 Mio. Fr. geschätzt.

(fest/sda)

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