Wegen Streit abgereist
Paschtunischer Vertreter verliess Bonner Konferenz im Streit
publiziert: Freitag, 30. Nov 2001 / 12:40 Uhr / aktualisiert: Freitag, 30. Nov 2001 / 17:30 Uhr

Bonn - Ein hochrangiger paschtunischer Vertreter der Nordallianz hat die Afghanistan-Konferenz in Bonn wegen Streit in seiner Delegation verlassen. Die Versammlung ringt derweil noch um Detailfragen.

Der Paschtune Hadschi Abdul Kadir sei wegen «starker Meinungsverschiedenheiten» mit seiner Gruppe über die Zusammensetzung der geplanten Übergangsverwaltung in Afghanistan abgereist, sagte ein Diplomat. Der Fortgang der Konferenz sei dadurch aber nicht gefährdet.

Kadir war der zweithöchste Gesandte innerhalb der Nordallianz-Delegation. Der Gouverneur von Dschalalabad hatte den Tadschiken in dem Bündnis bereits vor mehreren Tagen vorgeworfen, andere Volksgruppen nicht gebührend zu berücksichtigen.

In Afghanistan selbst haben US-Kampfflugzeuge Medienberichten zufolge Tunnelanlagen nahe der nordafghanischen Stadt Dschalalabad angegriffen. Dort wird der mutmasliche Terroristenführer Osmama bin Laden vermutet wird. Auch auf die letzte verbliebene Taliban-Bastion Kandahar gab es erneut Luftangriffe, berichtete der US-Fernsehsender CNN.

(kil/sda)

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