Patches: Unerlässlich bei Angriffen aus dem Internet
publiziert: Mittwoch, 17. Sep 2003 / 08:04 Uhr

Bern - Computeranwender haben in den letzten Wochen ein neues Wort gelernt: "patchen". Ein "Patch" stopft ein Sicherheitsloch im Computer mit einem elektronischen Pflaster.

"Patches" schützen vor dem virtuellen Wurf von Pflastersteinen aufs System.
"Patches" schützen vor dem virtuellen Wurf von Pflastersteinen aufs System.
Nur wer regelmässig die neusten "Patches" installiert, ist besser vor Angriffen auf seinen Rechner besser gefeit.

Schon wieder warnte Microsoft letzte Woche vor einer kritischen Sicherheitslücke im Betriebssystem Windows. Es handelt sich dabei um eine Lücke, die es böswilligen Angreifern ermöglicht, die Kontrolle über einen Computer zu übernehmen. Microsoft empfiehlt deshalb Windows-Anwendern, die Lücke zu "patchen".

Das bedeutet, dass Windows-Anwender sich per Internet ein elektronisches Pflaster, ein so genanntes "Patch" auf ihren Rechner herunterladen und installieren müssen.

Mit solchen "Patches" verbessern Softwarehersteller nachträglich ihre Programme und verstopfen zum Beispiel Sicherheitslücken.

Alle Betriebssystemhersteller müssen ihre Systeme regelmässig mit solchen elektronischen Pflastern nachbessern. Neuere Betriebssysteme wie Windows XP und Macintosh OS X sind teilweise in der Lage, solche Systemaktualisierungen automatisch zu beziehen.

Anwender wissen nichts von Patches

Viele Computeranwender sind sich nicht bewusst, dass sie ein unfertiges und instabiles System kaufen, wenn sie einen Personal Computer anschaffen.

Eigentlich kommen heute alle Programme und Systeme zu früh auf den Markt. Viele Fehler werden erst entdeckt, wenn die Software bereits millionenfach eingesetzt wird.

Kritische Fehler behebt der Hersteller sofort, indem er im Internet ein solches "Patch" bereitstellt. Wichtige Patches und Aktualisierungen werden von Zeit zu Zeit zu einem so genannten "Service Pack", einer umfangreicheren Aktualisierung oder Update des Programms, zusammengestellt.

Jedes Auto wird besser behandelt

Es gehört zu den Aufgaben eines Systemadministrators in einer Firmen, genau zu verfolgen, welche Patches der Hersteller ihrer Systeme und Programme bereit stellt und dafür zu sorgen, dass die Server und Computer der Firma immer auf dem neusten Stand sind.

Viele private Computeranwender wissen dagegen gar nicht, dass es notwendige Aktualisierungen des Betriebssystems gibt.

Während sie ihr Auto selbstverständlich regelmässig in den Service bringen, gehen sie davon aus, dass der Computer ohne Nachhilfe immer läuft.

Dabei wäre es gar nicht so schwierig, notwendige Systemaktualisierungen zu bekommen. Die modernen Betriebssysteme können Aktualisierungen nämlich automatisch herunterladen oder auf Knopfdruck im Internet suchen.

Anders als bei grossen Servern haben Patches auf Heim-PCs in der Regel keine Auswirkungen auf das Funktionieren von Programmen und können problemlos installiert werden. Meist steht nach der Installation bloss ein Neustart an.

Patchen alleine macht nicht sicher

Wer es unterlässt, sein System regelmässig mit den neusten Patches zu versorgen, bringt seinen Computer in Gefahr. Das wissen viele Computeranwender, seit sie vom Internetwurm "Blaster" heimgesucht worden sind.

Obwohl Microsoft bereits Mitte Juli auf eine kritische Lücke im Windows-System aufmerksam gemacht hatte, installierten viele Benutzer das entsprechende Patch nicht.

Mitte August nutzte prompt das "Blaster"-Virus diese Lücke aus: Das Virus war in der Lage, sich durch die Lücke direkt ohne E-Mail von Computer zu Computer per Internet zu verbreiten.

Um vor Viren und Würmern wirklich sicher zu sein, reicht das Patchen alleine jedoch nicht aus. Wer mit seinem Computer heute im Internet surft, sollte unbedingt ein wöchentlich aktualisiertes Antivirenprogramm und ein Schutzprogramm vor Eindringlingen, eine so genannte "Personal Firewall" installieren.

(Matthias Zehnder, mid)

 
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