Olympia-Out für die Eisgenossen
Patrick Sutter: 'So schlimm wie der Abstieg 1993 in München'
publiziert: Dienstag, 12. Feb 2002 / 09:33 Uhr

Salt Lake City - Die Erwartungen in die Schweizer Nationalmannschaft vor dem Turnier waren bei Spielern, Fans und Medien riesig gewesen. Die Resultate der letzten Jahre gaben zur Hoffnung Anlass, dass man die Vorrunden-Pflicht überstehen und dann gegen die NHL-Stars aus den grossen sechs Nationen zur Kür würde aufspielen können. Dementsprechend gross war am Montagabend nach dem 2:5 die Ernüchterung.

Patrick Sutter: Für ihn ist der Olympia-Abschied der Tiefpunkt seiner Karriere.
Patrick Sutter: Für ihn ist der Olympia-Abschied der Tiefpunkt seiner Karriere.
Wie geprügelte Hunde stapften die Schweizer Eishockeyaner vom Eis, und wer konnte, verzog sich schnurstracks in die Katakomben des 'E Center'. Einer jener, für die das Spiessrutenlaufen, das auf dem Eis begonnen hatte, seinen Fortgang beim Medienmarathon fand, war der stets disponible Patrick Sutter. "Die Enttäuschung ist riesig, wir haben uns viel mehr erhofft. Für mich ist dies zusammen mit dem Abstieg 1993 in München aus der A-Gruppe der Tiefpunkt der Karriere", so Sutter, der Mann mit den meisten Länderspielen aus dem aktuellen Kader. Er ist zusammen mit Martin Steinegger der einzige, der schon vor neun Jahren dabei war.

Natürlich war die Ursachenforschung unmittelbar nach der Partie und dem Platzen des grossen Traums, gegen die Lemieux, Kariya oder Sakic spielen zu können, nicht einfach. Sutter war aber in der Analyse ähnlich kompromisslos, wie er es auf dem Eis ist: "Insgesamt waren wir einfach sechzig Minuten konstant schlecht. Wir haben viele dumme Fehler begangen, waren häufig unkonzentriert, wohl, weil wir zu viel wollten. Vielleicht haben wir auch schon zu weit vorausgeschaut", so der Oberbaselbieter, der selber beim 1:3 zusammen mit David Aebischer auch eine unglückliche Rolle spielte.

Auffallend war, wie die Schweizer, von denen kaum einer sein Potenzial ausschöpfte, mit der erstmaligen veränderten Ausgangslage nicht umzugehen wussten. Noch nie in der Ära Krueger waren sie als Favoriten in eine Vorrundengruppe gestiegen, quasi dazu 'verdammt', das Spiel zu machen. Und der Spagat von der früheren erfolgreichen, eher defensiveren zu einer offensiveren Spielweise gelang nicht, die Schweizer standen oft am falschen Ort, beispielsweise beim Forechecking. Dass die Schweizer zu offensiv ausgerichtet waren, konnte Sutter zumindest nicht negieren: "Es ist einfacher für uns, wenn wir das Spiel nicht machen müssen."

Fehlende Reaktion

Nicht einfacher geworden war die Aufgabe durch das 3:3 im Startspiel gegen Frankreich, die derzeitige Weltnummer 19. Solche schwierigen Situationen hatte die Schweiz aber bereits an den letzten Turnieren durchgemacht: 2000 nach dem 2:4 gegen Frankreich in St. Petersburg und 2001 nach dem 1:3 gegen Deutschland in Köln hatte die Schweiz ebenfalls 'Partien der letzten Chance' bestritten. Damals wurden diese Chancen aber mit den Siegen gegen Russland respektive Weissrussland genutzt. Diesmal war die Mannschaft zu einer Reaktion unfähig und verstrickte sich zunehmend in Einzelaktionen. Zu Spekulationen darüber, dass der 'Spirit' im Team nicht mehr so gut sei wie auch schon, wollte sich Sutter, der beste Skorer unter den NLA-Verteidigern, aber nicht äussern: "Kein Kommentar."

Während es jetzt noch darum geht, die Expedition Olympia einigermassen anständig zu Ende zu bringen, folgt schon in zweieinhalb Monaten an der A-WM in Schweden die Chance zur Wiedergutmachung. In Jönköping, Karlstad und Göteborg wird das Kader wohl auf einigen Positionen verändert sein, ein halbes Dutzend Spieler sind über dreissig, der eine oder andere dürfte ein Ende der internationalen Karriere ins Auge fassen, einigen (anderen) droht wohl die Ausmusterung. "Es ist sicher ein sehr gefährlicher Moment für die Nationalmannschaft. Wir müssen wieder vermehrt das machen, was uns in der Vergangenheit stark gemacht hat. Die Spieler dazu haben wir", so der 31-jährige Assistenzcaptain.

(Marco Keller, Salt Lake City /sda)

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