Paul Di Pietro: Ein Traum wurde wahr
publiziert: Mittwoch, 22. Feb 2006 / 16:50 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 22. Feb 2006 / 17:09 Uhr

Paul Di Pietro dachte, er hätte alles schon erlebt, was ein Eishockeyprofi erleben kann: Stanleycup-Sieg, Nationalmannschaft, sportliche Hochs und sportliche Tiefschläge. Aber an den Olympischen Spielen 2006 kam ein weiteres Kapitel hinzu. Nun ist er vielleicht der glücklichste Eishockeyprofi auf der Welt...

Paul Di Pietro fühlt sich zu 100 Prozent als Schweizer.
Paul Di Pietro fühlt sich zu 100 Prozent als Schweizer.
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Er hat mit Patrick Roy, Guy Carbonneau, Mathieu Schneider oder Patrice Brisebois schon einen Stanley Cup-Triumph zu feiern. Er war einer der beständigsten Hockey-Legionäre der NLA im letzten Jahrzehnt. Paul Di Pietro ist nun Schweizer geworden und verkörpert besser als alle anderen Nationalteam-Mitgleider den neuen «Geist» bei den Eidgenossen.

Kein Schweizer Nationalspieler hat einen ähnlich erfolgreichen Karriereverlauf zu verzeichnen wie Paul Di Pietro. Der Kanada-Schweizer wurde 1993 Stanleycup-Sieger mit Montreal und feierte erfolgreiche Jahre als Top-Legionär in der NLA.

Mission mehr als erfüllt

Doch nun ist er nicht nur in der Schweiz eine Legende, sondern auch in Kanada. Mit seinen beiden Game Winning Toren gegen den übermächtigen Gegner aus seiner ehemaligen Heimat, füllte er ganze Zeitungsseiten der grössten kanadischen Publikationen und war während eines Tages der gefragteste Interviewpartner im kanadischen TV.

Und für «tricky Paulie» wurde ein Traum wahr. Auf den Moment hatte er jahrelang hingearbeitet: An den Olympischen Spielen gegen Kanada aufzulaufen war seine Mission. Er hat sie nicht nur erfüllt, sondern sich sogar ein Denkmal gesetzt. In der Schweiz und in Kanada.

Kanadische Mentalität, Schweizer Herz

Paul Di Pietro ist seit acht jahren mit einer Schweizerin verheiratet und er fühlt sich zu 100 Prozent als Schweizer. Als Eidgenosse mit kanadischen Wurzeln notabene. Seine Herkunft und Mentalität aus Nordamerika half ihm schliesslich in der Karriere. Doch er betont, dass alle seine Freunde in Montreal wie auch seine Familie bei Spielen gegen Kanada geschlossen hinter ihm und der Schweizer Nationalmannschaft stehen, obwohl sie kanadier seien.

Die Cinderella-Story ist unglaublich, denn zwei Jahren sah es so aus, als ob sein Karriereausklang seinem Werdegang nicht würdig sein könnte: Vom EV Zug nicht mehr erwünscht, wurde er nach Chur in die NLB «abgeschoben» und fristete ein eher unwürdiges Dasein angesichts seiner Verdienste im Eishockey.

«Büchse der Pandora»

Doch dann öffnete sich die «Büchse der Pandora»: Paul Di Pietro wurde eingebürgert (seine Ehefrau ist Schweizerin und er ist seit weit mehr als 5 Jahren in der Schweiz zuhause) und es taten sich auf einmal sehr viele Türen auf. Unter anderem auch diejenige zur Nationalmannschaft.

Nach vielen Jahren im Scheinwerferlicht als EVZ-Leistungsträger erlebte der ehemalige NHL-Star was es heisst, sich um eine sportliche Zukunft zu sorgen. Immerhin war er in der glücklichen Lage, dass er im Partnerteam des HC Lugano engagiert war und somit in den Playoffs die «Büchse der Pandora» geöffnet werden konnte: Die Einbürgerung eröffnete ihm die Möglichkeit in den Playoffs auf NLA-Topniveau zu wirken. Das war Schritt 1 zur «Wiederauferstehung» des fleissigen Wühlers aus Kanada, die ihn sogar bis ins Nationalteam-Kader an die WM 2005 brachte.

Die Medienschaffenden aus dem Ausland, welche an der A-WM in Wien vor Ort waren, stürzten sich auf Paul Di Pietro. Er ist auch ein Farbtupfer im «Nati»-Kader. Sein Werdegang ist im Vergleich zu den meisten anderen Karrieren der aktuellen Nationalspieler viel spektakulärer für die nationale und internationale Presse. Und... er verkörpert fast 1:1 den neuen «Typ» des Nationalspielers: Giftig, fleissig, agil, zielgerichtet mit viel Drive zum Tor und ein harter Arbeiter ist Paul Di Pietro.

Ein «Hardworker»

Di Pietro ist der typische «Hardworker»-Spieler, der mit Speed, Fleiss und viel Wille seine Stärken ausspielen kann. Er hat einen sehr guten Antritt und ist vergleichbar mit einem Flavien Conne oder Daniel Briere, wobei ihm die technischen Fertigkeiten von Briere etwas abgehen.

Aber der technische «Schnickschnack» ist auch nicht das Spiel von Di Pietro, der als Junior noch bei den berühmten SOO Greyhounds in seiner Heimat Sault Ste. Marie spielte wo auch Gretzky, Thornton, Francis und viele weitere Stars ihre Laufbahn begannen. Seine Stationen seitdem: Montreal Canadiens, Toronto Mapple Leafs (NHL) / Houston Aeros (IHL), Los Angeles Kings (NHL) / Pheonix Roadrunners (IHL), Kassel Huskies (DEL), Ambri (NLA), Zug (NLA), Milano (ITA), Zug (NLA), Chur (NLB).

Eishockey.ch- Scouting Report
Paul Di Pietro

JW. - Notengebung 1 bis 7 gemäss einem international anwendbaren Notenschlüssel.

7 = herausragend/Weltklasse, 6= Internationale Klasse, 5= NLA-Spitze, 4= NLA-Durchschnitt, 3= Rollenspieler, 2= NLA-würdig aber mit Mängel, 1= NLA-unwürdig

Technik/Skating: 5,5
Mentale Stärke: 5
Physis: 5,5
Kondition: 5
Disziplin: 5
Taktisches Verständnis: 5
Schusstechnik: 5
Killer Instinkt: 4,5
Belastbarkeit: 6
Zukunftsaussichten: 5

Total: Note 5,2

(Von Joël Wüthrich, Working Press Basel-Montreal/eishockey.ch)

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