Neue Studie aus den USA
«Peitsche» am Arbeitsplatz effektiver als «Zuckerbrot»
publiziert: Donnerstag, 18. Feb 2016 / 11:03 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 18. Feb 2016 / 13:03 Uhr
Drohende Strafen haben am Arbeitsplatz eine grössere Wirkung als mögliche Belohnungen. (Symbolbild)
Drohende Strafen haben am Arbeitsplatz eine grössere Wirkung als mögliche Belohnungen. (Symbolbild)

Arbeitnehmer, die einen Verlust fürchten, sind disziplinierter als jene, denen ein Gewinn in Aussicht gestellt wird.

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In anderen Worten: Drohende Strafen haben eine grössere Wirkung als mögliche Belohnungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der University of Pennsylvania.

In einem Experiment wurden 281 Angestellten der dortigen Hochschule über drei Monate hinweg dazu aufgefordert, pro Tag mindestens 7000 Schritte zu machen. Die Forscher setzten verschiedene Anreize. Die Teilnehmer einer Gruppe bekamen 1,40 Dollar für jeden Tag, an dem sie das vorgegebene Ziel erreichten. Eine andere Gruppe erhielt hingegen pro Monat automatisch 42 Dollar, abzüglich 1,40 Dollar für jeden Tag, an dem sie unter 7000 Schritten blieben. Eine dritte Gruppe bekam überhaupt keinen monetären Anreiz.

Vorhersagbare Irrationalität

Dabei absolvierte jeder Dritte aus der Gruppe ohne Aussicht auf eine Geldleistung 7000 Schritte. Bemerkenswert ist, dass dieser Wert unter jenen mit Aussicht auf eine Belohnung mit 35 Prozent nur marginal höher war. Im Gegensatz dazu waren jene Angestellten besonders fleissig, die zwar nichts zu gewinnen hatten, aber dafür ihren Verlust minimieren konnten. 55 Prozent von ihnen erreichten das Ziel. «Wir wissen von unserer Forschungsarbeit, dass Menschen irrational handeln, doch sie sind vorhersagbar irrational. Sie tendieren dazu, von Verlusten mehr motiviert zu werden als von Gewinnen», so Studienautor Mitesh S. Patel. Der Einsatz der «Peitsche» scheint erfolgversprechender zu sein als die Aussicht auf «Zuckerbrot».

Versicherer machen Druck

In den USA mit ihren vergleichsweise liberalen Arbeitsmarktgesetzen und ihrem weitgehend privatisierten Sozialversicherungssystem haben diese Art von Experimenten durchaus eine grosse Relevanz für den Alltag der Arbeitnehmer. Immer öfter werden Arbeitnehmer dazu gedrängt, sich zu bewegen und gesund zu leben - mit der Aussicht auf geringere Versicherungsprämien. In den Staaten läuft dazu bereits eine heftige Debatte. Es scheint somit nur eine Frage der Zeit, bis auch hierzulande ein offener Konflikt zu diesem Thema ausbricht.

(arc/pte)

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