Pensionskassen-Affäre: Zwei Personen in U-Haft
publiziert: Mittwoch, 31. Mrz 2004 / 13:10 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 31. Mrz 2004 / 14:04 Uhr

Sitten - Im Rahmen der Affäre rund um die Walliser Lehrerversicherungskasse sind der frühere Kassenpräsident sowie ein Anlageberater in Untersuchungshaft gesetzt worden. Sie werden der Veruntreuung sowie der ungetreuen Geschäftsführung verdächtigt.

Die Walliser Tageszeitung Le Nouvelliste hat die Verhaftungen bekannt gemacht.
Die Walliser Tageszeitung Le Nouvelliste hat die Verhaftungen bekannt gemacht.
Die Zeitung "Le Nouvelliste" hatte die Verhaftungen bekannt gemacht. Sie wurden unterdessen von einer justiznahen Quelle bestätigt. Die laufende Strafuntersuchung betrifft Zahlungen in den Jahren 1996 bis 2002.

Ein am Dienstag veröffentlichter Bericht der kantonalen Finanzkontrolle hatte die Unregelmässigkeiten und eine "katastrophale" Führung der Lehrerversicherungskasse durch seine früheren Verantwortlichen ans Licht gebracht. Laut dem Bericht soll sich der frühere Präsident persönlich bereichert haben.

Gelder landeten in Jersey

Die Gelder flossen via obskure Wege, um schliesslich auf einem Konto einer Gesellschaft auf der Insel Jersey zu landen. Laut Finanzkontrolle wurden dort 4 Mio. Franken auf den Namen des früheren Präsidenten einbezahlt. Die Strafuntersuchung soll klären, ob die Bereicherung illegal war.

Der Betroffene war bereits im April 2003 vom Staatsrat des Amtes enthoben und durch den Anwalt Jacques-André Schneider ersetzt worden. Schneider zeigt sich erstaunt, dass sein Amtsvorgänger 4 Mio. Franken einsacken konnte, während das Portefeuille der Kasse grosse Verluste verzeichnete.

Kasse will klagen

Die Kasse will die Summe auf dem Zivilweg zurückfordern. Laut Schneider stellt sich der frühere Kassenpräsident auf den Standpunkt, das Geld im Rahmen einer privaten Transaktion legal erworben zu haben.

Die früheren Verantwortlichen führten eine höchst spekulative Investitionspolitik, die elementarste Regeln der Anlagepolitik einer Pensionskasse - wie etwa die Risikoverteilung - ausser acht liessen. Der Bericht der Finanzkontrolle zeigt zahlreiche Transaktionen auf, die zu Millionenverlusten führten.

(rp/sda)

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