Peres bedrängt Scharon
publiziert: Sonntag, 18. Jul 2004 / 15:37 Uhr

Jerusalem - Der Chef der oppositionellen israelischen Arbeitspartei, Schimon Peres, hat bei seinem Treffen mit Ministerpräsident Ariel Scharon auf einen beschleunigten Abzug aus dem Gaza-Streifen gedrängt.

Israel hält den Gaza-Streifen seit 1967 besetzt.
Israel hält den Gaza-Streifen seit 1967 besetzt.
Scharon und Peres waren zu formellen Koalitionsverhandlungen zusammengekommmen. Aus politischen Kreisen in Jerusalem verlautete, Scharon habe keine Zugeständnisse für einen veränderten Gaza-Zeitplan gemacht.

Der Regierungschef war in seiner eigenen konservativen Partei auf Widerstand gestossen mit dem Plan, Soldaten und Siedler aus dem Gaza-Streifen komplett bis Ende 2005 abzuziehen. Israel hält den Gaza-Streifen seit 1967 besetzt.

In der palästinensischen Autonomiebehörde ging die Krise unterdessen weiter. Präsident Jassir Arafat und Regierungschef Ahmed Korei beendeten nach vier Stunden ein Treffen in Ramallah.

Die Politiker wollten nach Angaben von Chefvermittler Sajeb Erakat über die chaotische Sicherheitslage und das Rücktrittsgesuch Koreis sprechen. Laut Erakat war Korei zum Rücktritt entschlossen. Arafat hatte dies am Samstag abgelehnt.

Arafats Neffe Mussa Arafat bekräftigte unterdessen, er werde trotz heftiger Proteste den Posten als Chef des Allgemeinen Sicherheitsdienstes antreten.

Rund 3000 Palästinenser im Gazastreifen hatten am Samstagabend gegen die Ernennung Mussa Arafats durch seinen Onkel demonstriert. Die radikalen El-Aksa-Brigaden kritisierten, ein Symbol der Bestechlichkeit sei zum Sicherheitschef gemacht worden.

(rr/sda)

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