Perincek-Prozess: Türkische Kritik an Justiz
publiziert: Mittwoch, 7. Mrz 2007 / 19:14 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 8. Mrz 2007 / 01:14 Uhr

Istanbul - Türkische Zeitungen haben Kritik an der Lausanner Justiz geübt: Angereisten Beobachtern sei der Zugang zum Prozess gegen den türkischen Politiker Dogu Perincek verweigert worden. Das Bezirksgericht weist die Kritik zurück.

Die Meinungen über eine ausgeglichene Präsenz im Gerichtssaal gehen auseinander.
Die Meinungen über eine ausgeglichene Präsenz im Gerichtssaal gehen auseinander.
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«Schweizer Mauer», lautete eine Überschrift in «Hürriyet», der grössten Zeitung des Landes.

Die aus der Türkei gekommenen Anhänger Perinceks und türkische Journalisten seien von einem Sicherheitsbeamten am Gericht mit der Begründung abgewiesen worden, sie hätten keine schriftliche Akkreditierung.

Bevorzugte Armenier?

Dagegen seien in der Schweiz akkreditierte Auslandskorrespondenten und eine Gruppe von in der Schweiz lebenden Armeniern in den Saal gelassen worden, beklagte die Zeitung.

Selbst der von Perincek als Zeuge eingeladene US-Historiker Justin McCarthy habe erst nach Protesten im Saal Platz nehmen dürfen, meldete «Hürriyet». Auch andere Zeitungen berichteten, die Anhänger Perinceks seien ausgeschlossen worden.

Ein Sprecher einer Istanbuler Unterstützergruppe für Perincek, Ferit Ilsever, sagte der Zeitung «Cumhuriyet», die Schweizer Behörden hätten den Gerichtssaal mit Mitgliedern der armenischen Diaspora gefüllt.

Kritik zurückgewiesen

Der verantwortliche Gerichtsweibel des Lausanner Bezirksgericht weist die Kritik in aller Form zurück. Es sei richtig, dass nicht-akkreditierte Journalisten nicht auf den Rängen der Journalisten hätten Platz nehmen können. Diese Leute hätten aber die Möglichkeit gehabt, hinter den Journalisten auf den restlichen der insgesamt 80 Plätze als Zuschauer Platz zu nehmen.

Davon hätten auch Einige Gebrauch gemacht. «Mehrere Personen haben uns zudem versichert, dass die türkische und armenische Präsenz im Gerichtssaal ausgeglichen war», sagte der Weibel weiter.

(bert/sda)

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