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Perry wollte Schulmädchen gegen sexuell übertragbare Krankheiten impfen
publiziert: Samstag, 17. Sep 2011 / 13:20 Uhr / aktualisiert: Samstag, 17. Sep 2011 / 15:36 Uhr
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James Richard «Rick» Perry ist auch für seine konservativen Ansichten zur Homosexualität bekannt.
James Richard «Rick» Perry ist auch für seine konservativen Ansichten zur Homosexualität bekannt.

Vermutlich ist es keine sonderlich gute Idee, eine Pflichtimpfung gegen eine sexuell übertragbare Krankheit für Schulmädchen einführen zu wollen, wenn man Präsident der Vereinigten Staaten werden will. Das gilt insbesondere dann, wenn man das Profil eines konservativen Christen hat.

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«Stünde ich heute noch einmal vor dieser Entscheidung, würde ich sicher anders handeln», meinte Rick Perry, der Gouverneur von Texas, dem es gelungen ist, sich an der Spitze des Bewerberfeldes der Republikaner zu positionieren. «Wir haben lediglich das Ziel verfolgt, das Leben junger Menschen zu schützen.»

Perry spricht sich gegen hohe Steuern aus, gilt als religiös und wirtschaftsnah. Bei den Vertretern der Tea-Party-Bewegung ist er ebenso beliebt wie bei den evangelikalen Christen, zwei enorm wichtigen Gruppen innerhalb der republikanischen Partei.

Eigener Entscheid rechtfertigen

Doch Perry erklärte erst vor einem Monat seine Kandidatur und nur langsam erfahren die Amerikaner, was er bislang geleistet hat. Bei einer Fernsehdebatte, die von der Tea Party und CNN ausgerichtet wurde, musste er diese Woche eine Entscheidung aus dem Jahr 2007 rechtfertigen. Damals wollte er für alle Mädchen in seinem Bundesstaat eine Pflichtimpfung gegen einen sexuell übertragbaren Virus einführen, der Gebärmutterhalskrebs auslösen kann. Um jüngsten medizinischen Standards gerecht zu werden, war die Impfung für Mädchen vorgesehen, die gerade die Pubertät erreicht hatten.

«Es ist ein Skandal, wenn unschuldige zwölfjährige Mädchen zu einer staatlich angeordneten Impfung gezwungen werden», sagte die Kongressabgeordnete Michelle Bachmann, ebenfalls Kandidatin der Republikaner, die auf die gleiche Wählerschaft wie Perry spekuliert.

Perry war damals gezwungen, seine Pläne für die Impfung aufzugeben, noch bevor ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht werden konnte. Dieses Thema könnte ihm jedoch heute zum Verhängnis werden.

Entscheidungsfreiheit der Eltern einschränken

Seine Gegenspieler warfen ihm vor, er hätte die Entscheidungsfreiheit der Eltern hinsichtlich der medizinischen Behandlung ihrer Kinder einschränken wollen. Auch die Anspielung auf eine Verbindung von «unschuldigen», kleinen Mädchen und sexuell übertragbaren Krankheiten erschien ihnen wie ein Schreckgespenst.

Dabei liessen sie auch Zweifel an seinen Beweggründen aufkommen. Nur ein einziges Pharmaunternehmen stellte damals den Impfstoff her. Der Konzern spendete grosszügig für Perrys politische Anstrengungen und stellte einen ehemaligen engen Berater Perrys ein.

Es gibt noch sieben weitere republikanische Kandidaten, denen man gute Chancen für die Präsidentschaftskandidatur ausrechnet, während Obamas Verbleib im Weissen Haus unsicher scheint. Perrys Wahlkampagne war in kürzester Zeit so erfolgreich, dass alle anderen nun nach Wegen suchen, gegen ihn zu bestehen. Sich auf die Seite kleiner, unschuldiger Mädchen zu schlagen, um sie beschützen, scheint da ein ganz passabler Anfang zu sein.

Jonathan Mann - POLITICAL MANN
Dieser Text stammt von Jonathan Mann, Moderator und Journalist bei CNN International. Er moderiert das wöchentliche Politmagazin «Political Mann» auf CNN International. Der Text steht in der Schweiz exklusiv für news.ch zur Verfügung.

(Kolumne von Jonathan Mann/CNN-News)

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