Pfahlbau-Funde am Bodensee sind zunehmend gefährdet
publiziert: Dienstag, 17. Feb 2004 / 23:29 Uhr

Unteruhldingen - Rund 80 Prozent der Pfahlbauten in den Flachwasserzonen des Bodensees sind zunehmend durch Erosion gefährdet. Experten stufen die Situation der 100 bis 120 bekannten Siedlungsorte als bedenklich ein.

Pfähle, die vor 20 Jahren etwa 15 Zentimeter aus dem Seegrund ragten, seien jetzt 60 Zentimeter hoch.
Pfähle, die vor 20 Jahren etwa 15 Zentimeter aus dem Seegrund ragten, seien jetzt 60 Zentimeter hoch.
2 Meldungen im Zusammenhang
Die Experten stünden bei vielen Fundstellen vor der Entscheidung, sie mit Kies abzudecken und damit zu erhalten, sagte Helmut Schlichterle vom Landesdenkmalamt im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen (D). Diese Konservierungsmethode sei bisher bei fünf Pfahl-Feldern angewandt worden.

An vielen anderen Fundstellen bleibe jedoch nichts anderes übrig, als die bedrohten Pfähle nach Kartierung und Dokumentation aus dem Wasser zu nehmen. Wir stehen vor einer bedenklichen Situation, sagte der Direktor des Pfahlbaumuseums, Gunter Schöbel. Es sei wichtig, den Bestand zu erhalten und zu erforschen.

Die Erosion entstehe durch Uferverbauung, Anlegung von Hafenbecken oder Ausbaggern von Schifffahrtsrinnen, aber auch durch Stürme und Veränderungen des Wasserspiegels, sagte Schöbel weiter.

Die Unterwasserarchäologen sind nach Angaben von Grabungsleiter Joachim Köninger seit 2003 am Überlinger See damit befasst, mittels Satellitentechnik neue Vermessungen und Kartierungen vorzunehmen. Der Vergleich mit Erhebungen von Fundorten aus den Jahren 1979 bis 1983 zeige deutlich das Ausmass der Bedrohung.

Pfähle, die vor 20 Jahren etwa 15 Zentimeter aus dem Seegrund ragten, sind jetzt 60 Zentimeter hoch, sagte er. Es sei absehbar, wann sie sich aus ihrer Verankerung im Boden lösten. Der Bodensee sowie der oberschwäbische Federsee gehören zu den wichtigen Zentren der Pfahlbausiedler in der Zeit von 4000 bis 850 vor Christus.

(bert/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Gaienhofen D - In einer Baugrube ... mehr lesen
Am Bodensee lebten die Menschen vor 5000 Jahren in Pfahlbautensiedlungen.
Rekonstruktion des Pfahlbaudorfes Cortaillod-Est am Neuenburgersee.
Bern/Paris - Die Schweiz hat den ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Nicht nur im medizinischen Bereich finden CBD Produkte Akzeptanz.
Nicht nur im medizinischen Bereich finden CBD Produkte Akzeptanz.
Publinews Nahrungsergänzungsmittel erfreuen sich seit Jahren hoher Beliebtheit bei den Deutschen. Der Trend, Nahrungsmittelergänzungsmittel zu verwenden, stammt aus den USA. In den USA finden sie bereits seit Jahren regelmässigen Einsatz und werden täglich benutzt. mehr lesen  
Publinews Papiliorama  Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt ... mehr lesen  
-
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 0°C 4°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 0°C 6°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen -2°C 1°C Schneeschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern 0°C 3°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 0°C 3°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 2°C 7°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 7°C 7°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten