Pflegegarantie für freiwillige Pfleger
publiziert: Donnerstag, 9. Nov 2006 / 23:29 Uhr

Bern - Wer freiwillig andere pflegt, soll eine Garantie dafür erhalten, dass er später selbst von Freiwilligen gepflegt wird.

Es sei aber unbestritten, dass die Bedeutung von Freiwilligenarbeit zunehme.
Es sei aber unbestritten, dass die Bedeutung von Freiwilligenarbeit zunehme.
Ein solches Anreizsystem schwebt Bundesrat Pascal Couchepin vor. Insbesondere frisch Pensionierte sollen angesprochen werden.

Couchepin hat die Idee bereits der Präsidentin des Forums Freiwilligenarbeit, Nationalrätin Christa Markwalder (FDP/BE), präsentiert, wie diese auf Anfrage sagte. Sie bestätigte einen Artikel der Zeitschrift «Facts».

Tauschbörse für Freiwilligenarbeit

Departementssprecher Jean-Marc Crevoisier betont, die Initiative müsse von der Zivilgesellschaft kommen. Der Staat werde keine prioritäre Rolle spielen. Ziel sei es, die Kosten für Alters- und Pflegeheime zu stabilisieren. Eine Tauschbörse für Freiwilligenarbeit könnte dazu beitragen.

Nach den Vorstellungen Couchepins sollen junge Pensionierte freiwillig und unentgeltlich einfache Pflegeleistungen erbringen. Diese Leistungen werden in einer Datenbank gespeichert. Für den geleisteten Einsatz erhalten die Helfer eine Gutschrift, mit der sie später ihrerseits Hilfe beanspruchen können.

Christa Markwalder begrüsst die Idee. Das Forum Freiwilligenarbeit habe noch nicht darüber diskutiert. Es sei aber unbestritten, dass die Bedeutung von Freiwilligenarbeit zunehme. Man müsse sich daher auch Gedanken darüber machen, wie die Menschen für solche Einsätze motiviert werden könnten.

Einwände zurückgewiesen

Den Einwand, ein Tauschhandel widerspreche der Grundidee der Freiwilligenarbeit, weist Markwalder zurück. Freiwillige Helfer würden bereits heute auf die eine oder andere Art entschädigt, etwa durch Anerkennung. Der Solidaritätsgedanke werde ausserdem stets im Zentrum stehen.

Auch die Bedenken, eine Tauschbörse könnte dazu führen, dass nur noch jene Unterstützung erhalten, die selber Hilfe geleistet haben, hält Markwalder für ungerechtfertigt. So sei die Idee nicht gedacht, versicherte sie.

(bert/sda)

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