Weg vom «Hilfsberuf»
Pflegepersonal will mehr Verantwortung
publiziert: Dienstag, 22. Feb 2011 / 13:46 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 23. Feb 2011 / 09:31 Uhr
Der SBK fordert eine bessere Bezeichnung des Pflegeberufes im Gesetz und somit mehr Achtung.
Der SBK fordert eine bessere Bezeichnung des Pflegeberufes im Gesetz und somit mehr Achtung.

Bern - Pflegefachleute wollen nicht, dass ihr Berufsstand im Gesetz länger als «Hilfsberuf» gilt. Sie fordern, bei pflegespezifischen Fragen künftig eigenständig und ohne ärztliche Anordnung handeln zu dürfen. In der Realität werde dies ohnehin schon oft getan.

3 Meldungen im Zusammenhang
Ohne die Unterschrift des Arztes geht in Schweizer Spitälern nichts: Bevor eine Pflegefachfrau oder ein Pflegefachmann einen Wundverband wechseln, ein Schmerzmittel verabreichen oder einen Patienten bewegen darf, muss er oder sie zuerst die Anordnung des Arztes einholen.

Für den Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) ist dies ein längst veralteter Ablauf, der in der Realität oft auch nicht eingehalten werden kann. Es sei alltäglich, dass das Pflegepersonal selbständig ein Schmerzmittel verabreiche und dieses vom Arzt nachverordnen lasse, sagte Pflegefachmann Markus Stadler am Dienstag vor den Medien in Bern.

Der SBK fordert deshalb, dass das Krankenversicherungsgesetz KVG so abgeändert wird, dass die Pflegefachleute nicht mehr unter die Kategorie «Hilfsberufe» fallen. Die Verantwortung, die sie im Alltag bereits tragen würden, müsse auch im Gesetz verankert werden, fordert der Verband.

«Hilfsberuf» tönt unattraktiv

Einer der Gründe für diese Forderung ist der drohende Personalnotstand in den Spitälern und Heimen. Die Bezeichnung «Hilfsberuf» mache diese gesellschaftlich notwendige Arbeit sehr unattraktiv. Wer lerne nach der Matur schon gerne einen Beruf, bei dem man keine Verantwortung tragen dürfe, sagte Stadler weiter.

Die Forderung nach gesetzlich verankerter Verantwortung gilt gemäss SBK nur für die Pflegenden mit Tertiärausbildung, also mit einem Fachhochschul-Abschluss, nicht aber für die Fachangestellten Gesundheit (FaGe). Diese arbeiten auf Anordnung der Pflegefachleute und sollen auch in Zukunft nicht selber entscheiden dürfen.

Der SBK verspricht sich aber nicht nur eine Aufwertung des Berufsbildes, sondern auch eine erhebliche Kosteneinsparung. Die administrativen Umwege über Arztverordnungen seien sehr teuer.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Rund 6000 Personen haben ... mehr lesen
Viele Forderungen - dum die Qualität beizubehalten, sind Änderungen nötig.
Es fehlen 120'000 Fachleute im Gesundheitswesen.
Aarau - Als erster Kanton führt der ... mehr lesen
Bern - Angesichts des absehbaren ... mehr lesen 4
In den Spitälern mangele es an Pflegefachkräften. (Symbolbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Nur ein Augenarzt kann eindeutig feststellen, ob es sich um eine allergische Bindehautentzündung handelt.
Nur ein Augenarzt kann eindeutig ...
Publinews Der Fachbegriff im Bereich der Medizin für eine Bindehautentzündung lautet Konjunktivitis. Diese entsteht selten durch eine Infektion. In den meisten Fällen ist sie eine allergische Reaktion auf unterschiedliche Substanzen. mehr lesen  
Publinews Tabata ist eine Trainingsform, die aus kurzen Trainingsintervallen besteht. Die ... mehr lesen  
Auch das Tabata-Training macht in einer kleinen Gruppe oder mindestens zu zweit gleich viel mehr Spass und spornt an.
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. mehr lesen  
Wegen Zika - Acht Wochen nur geschützt  Genf - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen auf ungeschützten Sex verzichten. Das riet die Weltgesundheitsorganisation WHO am Dienstag. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 12°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 14°C 24°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 13°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 14°C 22°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 14°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 16°C 22°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 15°C 18°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten