Begrenzte Batterielaufzeit
«Philae» auf «Tschuri» geht die Puste aus
publiziert: Freitag, 14. Nov 2014 / 10:48 Uhr / aktualisiert: Freitag, 14. Nov 2014 / 19:01 Uhr
Erste Panorama-Aufnahmen von «Tschuri» und in der Mitte die Ausrichtung von Philae.
Erste Panorama-Aufnahmen von «Tschuri» und in der Mitte die Ausrichtung von Philae.

Darmstadt - Zwei Tage nach der abenteuerlichen Landung auf dem Kometen «Tschuri» ist die Arbeit des Mini-Labors «Philae» praktisch schon zu Ende. Das Versenden riesiger Datenmengen hat «Philae» ausgelaugt. Jetzt soll das Labor auf dem Kometen schlafen.

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«Es wäre unerwartet, wenn Samstag noch genügend Energie da ist», sagte Flugdirektor Andrea Accomazzo am Freitag im Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumagentur ESA in Darmstadt. «Philae»-Projektleiter Stephan Ulamec erklärte, das Team stelle sich zwar noch auf neue Daten ein: «Aber der Samstag ist unrealistisch.»

Die Batterie des Labors war ohnehin nur auf zweieinhalb Tage ausgelegt. Da es sich auf dem Kometen an einer eher schattigen Stelle befand, schien ein Nachladen fast unrealistisch.

Laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird «Philae» in den Schlaf versetzt. Möglicherweise könne das Labor wieder Energie tanken, wenn es auf «Tschuri» Richtung Sonne geht.

«Mupus» misst die Temperatur

Dem Labor von der Grösse einer Waschmaschine war am Mittwoch nach zehn Jahren Reise im All eine spektakuläre Landung mit zwei Hopsern auf dem Kometen gelungen. Das Manöver auf dem Brocken, der eigentlich «67P/Tschurjumow-Gerassimenko» heisst, ist in der Geschichte der Raumfahrt einmalig.

«Philae» war von der Raumsonde «Rosetta» zum Kometen gebracht worden, um etwa die Zusammensetzung des Kometenkerns sowie dessen Bodenbeschaffenheit und Temperatur zu analysieren. Am Freitag wurde ein Thermometer des Instrumentes «Mupus» etwa 35 Zentimeter in den Kometen gerammt, um die Festigkeit des Bodens zu testen und Informationen über seine Wärme zu bekommen.

Wissenschaftler hoffen bei der Analyse der Daten auf Hinweise über die Entstehung des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren. Erwartet werden auch Indizien darauf, wie Leben möglich wurde, etwa durch den Nachweis von organischen Molekülen.

(bg/sda)

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