Philippinen droht Chemiekatastrophe
publiziert: Freitag, 27. Jun 2008 / 09:03 Uhr / aktualisiert: Freitag, 27. Jun 2008 / 17:38 Uhr

Manila - An Bord der philippinischen Unglücksfähre «Princess of the Stars» waren zehn Tonnen hochgiftiger Pestizide. Die Taucher, die seit Montag versuchten, Opfer aus dem Wrack zu bergen, bewegten sich tagelang unwissentlich in Lebensgefahr.

Die «Princess of the Stars» war mit 860 Menschen gesunken.
Die «Princess of the Stars» war mit 860 Menschen gesunken.
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Die Bergungsarbeiten wurden deshalb gestoppt. Bisher konnten erst 15 Leichen geborgen werden. Hunderte Opfer werden noch im Wrack vermutet. Die Fähre war vergangenen Samstag mit 682 Menschen an Bord in einem Taifun gesunken. Nur 56 Menschen wurden gerettet.

Die Fährfirma Sulpicio wusste nach eigenen Angaben nicht, was sich in dem Container-Lastwagen befand. «Auf diese Firma kommen eine Menge Fragen zu», sagte Vizepräsident Noli De Castro. «Wir hätten die Taucher wegen der Gesundheitsgefahr nicht ins Wasser gelassen.»

Nach Angaben von Gesundheitsminister Francicso Duque gab es zunächst keine Anzeichen, dass die Chemikalien aus dem Container entwichen sind. Ärzte untersuchten die rund 100 Taucher.

Del Monte schlägt Alarm

Alarm hatte die Obst- und Gemüsefirma Del Monte geschlagen. Die Pestizidladung war für eine ihrer Ananas-Plantagen bestimmt. Sie entdeckte, dass die Fracht an Bord der Unglücksfähre gewesen war. Die Behörden prüften, wie der Container sicher geborgen werden kann.

Die Angehörigen der Opfer waren ausser sich. Sie belagern seit einer Woche die Büros von Sulpicio in Manila und verlangen eine zügigere Bergung der Opfer, um ihre Angehörigen angemessen bestatten zu können.

Viele der 146 Leichen, die auf den umliegenden Inseln angeschwemmt wurden, wurden bereits in Massengräbern beerdigt. Denn die Küstendörfer hatten keine Mittel, die Leichen bis zu einer Identifizierung zu konservieren.

Hochgiftige Pestizide

Die Fähre hatte 10 Tonnen hochgiftiger Pestizide geladen, wie die Behörden mitteilten. Sie greifen das zentrale Nervensystem an und können tödlich wirken. Ärzte untersuchten die 100 Taucher, die an den Bergungsarbeiten beteiligt waren, auf möglichen Kontakt mit dem Gift.

Behördenvertreter waren empört, dass der Fährbetreiber nicht früher auf die brisante Ladung hingewiesen hatte. Die Chemikalien waren für Ananas-Plantagen gedacht und in einem Container geladen.

«Es ist gefährlich, und kein Taucher darf mehr in die Nähe des Wracks», sagte Vizepräsident Noli De Castro. Nach Angaben von Gesundheitsminister Francisco Duque gab es zunächst keine Anzeichen, dass die Pestizide aus dem Container ausgelaufen sein könnten.

Sie greifen das zentrale Nervensystem an und können tödlich wirken. Ärzte untersuchten am Freitag die 100 Taucher, die an den Bergungsarbeiten beteiligt waren, auf möglichen Kontakt mit dem Gift.

(ht/sda)

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