Erneut Schwarzer von weissem Polizist erschossen
Phoenix: Ferguson-Tragödie hat sich wiederholt
publiziert: Freitag, 5. Dez 2014 / 06:14 Uhr

New York - Erneut ist in den USA ein unbewaffneter Schwarzer von einem weissen Polizisten erschossen worden. Wie die Polizei von Arizona am Donnerstag mitteilte, ereignete sich der Vorfall in Phoenix. Der Beamte war wegen vermuteter Drogendelikte vor einem Geschäft im Einsatz.

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Dabei kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen ihm und dem 34-jährigen Schwarzen. Dieser hatte statt der vermuteten Waffe jedoch eine Pillenpackung in der Tasche.

«Sinnlose Tragödie»

Nach Angaben der Polizei widersetzte sich der Mann seiner Festnahme und langte in seine Tasche, woraufhin der Beamte nach ihm griff und meinte, in der Tasche eine Waffe zu erfühlen. Als der Verdächtige auf Aufforderungen, die Hand in der Tasche zu lassen, nicht reagiert habe, habe der Beamte zweimal auf ihn geschossen.

Der 34-Jährige starb noch am Ort des Geschehens. In seiner Tasche fand sich eine Packung mit Medikamenten, die auch als Aufputschmittel benutzt werden.

Eine Anwältin der Familie des Getöteten sprach von einer «sinnlosen Tragödie». Die Anspannung in den USA ist derzeit besonders hoch, nachdem in zwei verschiedenen tödlichen Fällen von Polizeigewalt gegen Schwarze eine Grand Jury entschieden hatte, dass sich die weissen Polizisten nicht dafür verantworten müssen.

Protest in New York

Der Tod des schwarzen Familienvaters Eric Garner in New York hat tausende Menschen zu Demonstrationen auf die Strassen getrieben. Mehr als 2000 Personen zogen am Donnerstagabend (Ortszeit) durch die US-Metropole und riefen «keine Gerechtigkeit, kein Frieden».

In Erinnerung an den 43-Jährigen, der an den Folgen eines Würgegriffs bei einem Polizeieinsatz gestorben war, legten sich zahlreiche Demonstranten am Union Square im Stadtteil Manhattan auf den Boden und riefen «Ich kann nicht atmen». Einige wurden von der Polizei festgenommen. Über der Stadt kreisten Helikopter, die Lage blieb zunächst friedlich.

Vom Foley Square im Justizdistrikt der Millionenstadt zog die Menge gemeinsam über die Brooklyn-Brücke. Leidtragende waren Berufstätige, die auf ihrem Weg nach Hause stundenlange Verzögerungen in Kauf nehmen mussten.

Nicht zur Rechenschaft gezogen

Anlass der Demonstrationen war der Beschluss einer New Yorker Geschworenenjury vom Mittwoch, einen weissen Polizisten für den Tod eines Schwarzen nicht zur Rechenschaft zu ziehen. Der Mann war Mitte Juli im Stadtteil Staten Island von mehreren Beamten niedergerungen worden, die ihn des illegalen Zigarettenverkaufs verdächtigten.

Proteste gegen das unangemessen harte Vorgehen der Polizei auch im Fall von Michael Brown in Ferguson sowie im Fall eines Zwölfjährigen mit Spielzeugpistole in Cleveland breiteten sich nach Angaben der «New York Times» auch auf Washington und andere US-Grossstädte aus.

(awe/sda)

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