«Picasso, un génie sans piédestal»
Picasso soll Museum in Marseille retten
publiziert: Mittwoch, 18. Mai 2016 / 11:00 Uhr

Marseille - Das Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers (Mucem) in Marseille gehört zu den schönsten Frankreichs. Der Eröffnungseffekt aber ist verpufft. Der Kampf um die Besucherzahlen beginnt. Die neue Picasso-Werkschau könnte zum Blockbuster werden.

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An seinem Eröffnungswochenende vor drei Jahren drängelten sich noch mehr als 60'000 Besucher durch das Museum. Mit über 1,8 Millionen am Ende des europäischen Kulturhauptjahres 2013 wurden alle Erwartungen übertroffen. Zwei Jahre später zählte der spektakuläre Kunsttempel des französischen Stararchitekten Rudy Ricciotti in der Nähe des Alten Hafen noch 1,5 Millionen.

Nach Werkschauen über die Geschichte Algeriens und den Dichter Jean Genet und das Mittelmeer widmet es nun Picasso und den volkstümlichen Traditionen eine grosse Sonderschau. Sie könnte die Besucherzahlen endlich wieder ankurbeln, ist sie doch eine Blockbuster-Schau.

Rund 270 Werke sollen in der Ausstellung «Picasso, un génie sans piédestal» zeigen, wie sehr Picasso von der Volkskunst und den Traditionen und Bräuchen seiner Zeit beeinflusst war. Vor allem jenen aus seiner spanischen Heimat.

«Seine Kindheit und Katalonien waren für ihn wichtige Inspirationsquellen», sagte die Kuratorin Josephine Matamoros. Picasso wurde 1881 in Málaga geboren, zog jedoch als Siebenjähriger mit seiner Familie nach Barcelona, das er als seine eigentliche Heimat bezeichnete.

Barretina, Mantilla und ein toter Torero

Die Barretina, eine rote Wollmütze, die noch heute bei Volksfesten in weiten Teilen Kataloniens von den Männern getragen wird, oder die Mantilla, das Schleiertuch für Frauen, sind Accessoires, die in vielen Gemälden des Künstlers auftauchen. Illustriert wird das Sujet durch Ölgemälde wie «Männerbüste (II) oder »Spanisches Paar«, beides Leihgaben privater Sammler und nur selten zu sehen.

Zu den Raritäten gehören auch die beiden Malereien mit dem Titel »Der Matador«. Auch sie stammen aus Privatsammlungen. Der Maler hinterliess unzählige Corrida-Darstellungen, darunter auch »Der Stierkampf« aus dem Jahr 1955. Picasso bildet hier einen Torero ab, der im Kampf besiegt wird. Ein ungewöhnliches Motiv, wie die Kuratorin meint. Picasso habe nur selten die Tötung gemalt. Dass er hier den Torero sterben lässt, mache das Bild in seiner Aussagekraft noch interessanter.

(cam/sda)

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