Oberstes Verwaltungsgericht hat am Freitag die Abgabe verboten
Pille danach an französischen Schulen verboten
publiziert: Samstag, 1. Jul 2000 / 07:01 Uhr

Paris - Frankreichs Oberstes Verwaltungsgericht hat am Freitag die Abgabe der "Pille danach" an Schulen verboten. Danach dürfen Schulschwestern das Verhütungsmittel künftig nicht mehr an junge Mädchen ohne Rezept abgeben.

Das Urteil ist ein Rückschlag für die sozialistische Staatssekretärin im Bildungsministeriumn, Segolene Royal. Sie hatte das Mittel im November vergangenen Jahres in staatlichen Schulen eingeführt, um Schwangerschaften von jungen Mädchen zu verringern.
Die Verordnung war auf den Widerstand der katholischen Kirche gestossen, die argumentierte, durch die Pille würden Schüler früher Sex haben. Das Gericht sah in der Verordnung einen Verstoss gegen ein Gesetz von 1967, das die Abgabe von oral einzunehmenden Verhütungsmitteln rezeptpflichtig macht.
Darin heisst es, dass die Pille in eine Kategorie mit Drogen falle, deren Einnahme gefährlich sei, wenn sie nicht in medizinischer Betreuung stattfände.
Die Pille, die innerhalb von drei Tagen nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden muss, verhindert die Befruchtung. In Frankreich wurde sie im vergangenen Jahr eingeführt und ist in Apotheken erhältlich.

(klei/sda)

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