'Pille danach' bald auch in der Schweiz
publiziert: Mittwoch, 3. Jul 2002 / 12:47 Uhr

Bern - Das Heilmittelinstitut Swissmedic will zwei "Pillen danach" zulassen. Die Produkte sind orale Vehütungsmittel für den Notfall nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr.

Apotheken werden sie rezeptfrei, jedoch nach einem Beratungsgespräch, verkaufen. Die Zulassung zum Markt erfolgt erst, wenn Apothekerinnen und Apotheker anhand eines Leitfadens das zwingende Beratungsgespräch durchführen können, wie Swissmedic am Mittwoch mitteilte. Der Leitfaden wurde vom Apothekerverband in Absprache mit dem Institut erarbeitet.

Die rezeptfreie Abgabe der beiden Präparate in der Apotheke ist nur nach einer individuellen Fachberatung zugelassen. Die Apothekerinnen und Apotheker müssen die Kundinnen über die Wirkungsweise der Medikamente aufklären, Risiken eruieren und die Frauen eventuell an einen Arzt verweisen. Vorteil und Grund für die Rezeptfreiheit ist der rasche Zugang in Notfällen.

Der Wirkstoff in den beiden Präparaten NorLevo und Postinor ist Levonorgestrel. Die Mittel führen nicht wie etwa das rezeptpflichtige Mifegyne (RU486) zu einem Abbruch der Schwangerschaft. Sie verhindern diese aber bis spätestens 72 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr.

Nach Angaben von Swissmedic ist die Wirksamkeit umso höher, je eher die Pillen eingenommen werden. Für Jugendliche unter 16 Jahren werden die Mittel nicht empfohlen. Die Apotheken müssen nach dem Alter fragen. Als mögliche Nebenwirkungen nennt das Heilmittelinstitut Übelkeit, Unterbauch- und Kopfschmerzen, Schmier- und unregelmässige Blutungen, Müdigkeit und Schwindelgefühl. Diese verschwänden aber nach 48 Stunden.

(bb/sda)

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