Pinochet ringt weiter mit dem Tod
publiziert: Montag, 4. Dez 2006 / 22:34 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 5. Dez 2006 / 11:09 Uhr

Santiago de Chile - Der frühere chilenische Diktator Augusto Pinochet schwebt nach Angaben seiner Ärzte weiter in Lebensgefahr. Sein Zustand sei aber stabil, hiess es in einer Stellungnahme des Militärspitals in Santiago de Chile.

Pinochet hat bereits die letzte Ölung erhalten.
Pinochet hat bereits die letzte Ölung erhalten.
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Dort war der 91-Jährige am Vortag mit akuten Herzproblemen eingeliefert worden. Nach einer Arterienöffnung mit einem Katheter war eine zunächst befürchtete Operation am offenen Herzen vermieden worden.

Pinochet habe die Nacht vergleichsweise gut überstanden und habe geschlafen, sagte der Arzt Juan Ignacio Vergara. Sein Zustand werde aber mindestens noch für 48 Stunden «kritisch» sein.

Ungeachtet dessen sei Pinochet aber bei Bewusstsein und in der Lage zu kommunizieren. Die Möglichkeit eines weiteren Infarkts wollte der Mediziner allerdings nicht ausschliessen.

Nach Herzinfarkt die letzte Ölung

Pinochet hatte den Herzinfarkt in der Nacht zum Sonntag erlitten und erhielt nach Angaben eines Sprechers der Familie in dem Spitals bereits die letzte Ölung. Sie wird von der katholischen Kirche den Gläubigen gespendet, wenn mit ihrem baldigen Tod gerechnet werden muss.

Klägeranwälte warfen Pinochet vor, den Herzinfarkt nur vorgetäuscht zu haben, um der Justiz zu entgehen. Pinochets Verteidiger Pablo Rodríguez Grez wies dies als «infame» Unterstellung zurück.

Unterdessen hob das Berufungsgericht in Santiago den erst vor einer Woche verhängten Hausarrest gegen Zahlung einer Kaution von umgerechnet 2100 Franken auf. Der Hausarrest war im Zusammenhang mit einer Anklage wegen Menschenrechtsverbrechen während der Diktatur verfügt worden.

Pinochet liess während seiner Militärdiktatur zwischen 1973 und 1990 Regimegegner und Andersdenkende gnadenlos verfolgen. Mindestens 3500 Menschen wurden umgebracht oder sind bis heute verschwunden, Zehntausende gefoltert und Hunderttausende ins Exil getrieben.

(ht/sda)

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