Crossair-Unfall
Piste 28: Bund prüft Installation von ILS-System
publiziert: Dienstag, 27. Nov 2001 / 19:23 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 28. Nov 2001 / 00:11 Uhr

Bern - Der Bund lässt prüfen, ob sich auf der Piste 28 des Zürcher Flughafens das Instrumenten-Landessystem ILS installieren lässt. Wegen der Nähe zu Flughafeneinrichtungen stellen sich aber technische Probleme.

Die Machbarkeitsstudie sei derzeit in Arbeit, teilte das Departement für Unmwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation am Dienstag mit. Laut Urs Lauener, Flugsicherungsexperte beim Bundesamt für Zivilluftfahr (BAZL), ist sie bereits vor dem Flugzeugabsturz vom Samstag in Auftrag gegeben worden.

Anlass dafür sei die häufige Benützung der Piste 28 als Folge des geänderten Anflugregimes wegen dem Staatsvertrag mit Deutschland gewesen. Die am Samstag abgestürzte Maschine der Crossair befand sich im Anflug auf die Piste 28, die mit dem so genannten VOR-System ausgerüstet ist. Dieses zeigt dem Piloten zwar horizontale Abweichung an, nicht aber vertikale wie das ILS.

Allerdings stellen sich bei der Installation des ILS technische Probleme. Für das System müsse nämlich beim vorgesehenen Aufsetzpunkt des Flugzeugs auf der Piste ein Sender installiert werden, der ein elektromagnetisches Signal zur landenden Maschine aussende, sagte Lauener.

Dieses Signal sei sehr störungsanfällig. Aus diesem Grund benötige der Sender eine Schutzzone, die frei sei von anderen störenden Signalen. Bei der Piste 28 befänden sich innerhalb dieser Schutzzone allerdings Flugzeughangare, Terminals und andere Einrichtungen, die das ILS-Signal beeinflussen könnten.

Mit Simulationen werde die Machbarkeit des ILS auf der Piste 28 trotz dieser Hindernisse überprüft. Die Untersuchungen sollen Anfang 2002 abgeschlossen werden. Bei einem positiven Ergebnis müsse man mit einer Installationszeit von 12 bis 16 Monaten rechnen.

(sda)

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