Pitbull-Prozess: Antrag nach «Hetzkampagne» verringert
publiziert: Dienstag, 19. Dez 2006 / 13:40 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 19. Dez 2006 / 19:40 Uhr

Zürich - Weil die Boulevard-Presse eine Hetzkampagne gegen den 42-jährigen Hundehalter geführt habe, lautet der Strafantrag im Pitbull-Prozess nur zweieinhalb Jahre Gefängnis. Dies sagte die Staatsanwältin vor dem Gericht in Zürich.

Das Urteil im Pitbull-Prozess wird noch diese Woche erwartet.
Das Urteil im Pitbull-Prozess wird noch diese Woche erwartet.
4 Meldungen im Zusammenhang
Der Pitbull-Halter soll für den Tod eines sechsjährigen Knaben in Oberglatt ZH nur 18 Monate Gefängnis erhalten, wie sein Verteidiger vor Gericht forderte. Dagegen verlangte die Staatsanwaltschaft zweieinhalb Jahre Gefängnis.

Das mildere Strafmass begründete der Verteidiger damit, dass der Angeklagte ein Geständnis abgelegt und eine schwierige Lebensgeschichte gehabt habe. Ausserdem sei er nicht ganz zurechnungsfähig gewesen und nach der Tat durch die Berichterstattung in den Medien krass vorverurteilt worden.

Die Staatsanwältin hatte vor dem Bezirksgericht in Zürich eine Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren gefordert. Damit blieb sie unter der für fahrlässige Tötung möglichen Höchststrafe von drei Jahren Gefängnis. Sie begründete dies mit der «medialen Hetzkampagne» der Boulevard-Medien gegen den Angeklagten.

Am zweiten Prozesstag kamen auch die Anwälte der Geschädigten zu Wort. So forderte die Anwältin der Eltern des getöteten Knaben eine Genugtuung von je 100 000 Franken sowie einen nicht definitiv bezifferbaren Schadenersatz für Verdienstausfälle, Therapie- und weitere Kosten im Zusammenhang mit dem Tod des Kindergärtlers.

«Faul und verantwortungslos»

Im Übrigen richtete sie harte Vorwürfe gegen den Angeklagten. Obwohl die Pitbulls nicht erzogen und sozialisiert worden seien, habe sich der Hundehalter nicht um die Kontrolle der Tiere gekümmert. «Das war ihm schlicht egal», sagte die Staatsanwältin.

Das Desinteresse des Hundehalters sei auch der Grund für die Tragödie am 1. Dezember 2005 in Oberglatt ZH, als drei Pitbulls den sechsjährigen Knaben zerfleischten. Der Angeklagte habe es aber nicht für nötig befunden, die entrissenen Hunde einzufangen.

Die gefährlichen Hunde seien 15 bis 20 Minuten im Quartier, wo eine Schule und einen Kindergarten gibt, frei herum gerannt. Der schreckliche Tod des Kindergärtlers hätte vermieden werden können, wären die Angeklagten nicht faul und verantwortungslos gewesen.

Bedingte Anträge für Mitangeklagte

Nicht gehandelt zu haben, warf die Staatsanwältin auch der damaligen, 29-jährigen Freundin des Hundehalters vor. Ebenfalls dem 39-jährigen Mann, in dessen Wohnung in Oberglatt ZH das Paar mit sechs Pitbulls gewohnt hatte. Für die Mitangeklagten forderte die Staatsanwältin 16 respektive 14 Monate Gefängnis bedingt.

Die bei Prozessbeginn am Montag unter Drogeneinfluss stehene Frau brach auch am zweiten Verhandlungstag immer wieder in Tränen aus und sprach unklar. Sie sagte, dass sie in der ganzen Sache nicht anders hätte handeln können. Im Gegensatz zu den beiden Mitangeklagten zeigte sie allerdings Anteilnahme und Reue.

(bert/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Deutlich mehr Hunde sind im ... mehr lesen
Für das laufende Jahr zeichne sich eine weitere Erhöhung der Zahlen ab.
Der Prozess zur tödlichen Pitbull-Attacke kommt vor das Zürcher Obergericht.
Dielsdorf - Die tödliche ... mehr lesen
Zürich - Arrogant und ungeduldig ... mehr lesen
Der Angeklagte legte heute im Gerichtssaal Sorglosigkeit an den Tag.
Die Hunde wurden noch am selben Tag vom Tierarzt eingeschläfert. (Bild: Archiv)
Oberglatt (ZH) - Ein 6-jähriges Kind ist in Oberglatt ZH von drei American Pitbull Terriers zu Tode gebissen worden. mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz seit Jahren rückläufig. So viel zu den guten Nachrichten. Damit das auch so bleibt, ist es wichtig, grundsätzlich auf gutes Material an den Schwachstellen (Türen, Fenster, Tore) zu setzen und zusätzliche Sicherungen zu installieren.
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz ...
Publinews Smarter Einbruchschutz  Nahezu alle Diebstahlkategorien weisen eine rückläufige Tendenz auf. 2017 wurden in der Schweiz 4,9 Einbrüche pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt. Das entspricht 113 Einbruch- und Einschleichdiebstählen pro Tag. 2012 lag diese Zahl bei 202. mehr lesen  
Opfer weiterhin vermisst  Rafz ZH - Die Kantonspolizei Zürich hat am Dienstagvormittag in Rafz ZH zwei Personen verhaftet: Sie stehen unter dem dringenden Verdacht, einen seit dem 22. April vermissten ... mehr lesen
Der 67-Jährige Gino Bornhauser wird seit dem 22. April vermisst.
In Indien hat es 18,3 Millionen Sklaven.
Deutlich höhere Zahl  Sydney/London - Mindestens 45,8 Millionen Menschen leben zurzeit weltweit in modernen Formen der Sklaverei. Die Zahl liegt deutlich höher als die 2014 gezählten 35,8 Millionen. mehr lesen  
Flüchtiger Mörder  Aarau - Der flüchtige Mörder, der aus der Psychiatrischen Klinik Königsfelden in Windisch AG ausgebrochen ... mehr lesen  
Der 22-jährige befindet sich seit Samstag auf der Flucht. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 12°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 13°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 14°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 12°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 14°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 13°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Lugano 18°C 28°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten