Pitbull-Verbot stösst auf Skepsis
publiziert: Freitag, 13. Jan 2006 / 15:51 Uhr / aktualisiert: Freitag, 13. Jan 2006 / 17:37 Uhr

Bern - Haltung und Zucht von Pitbulls sollen künftig in der ganzen Schweiz verboten werden. Das schlägt das BVET vor.

10 Meldungen im Zusammenhang
Die geplanten Massnahmen gegen gefährliche Hunde stossen bei Hundehaltern auf Skepsis. Peter Rub, Präsident der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG), hätte es gerne gesehen, wenn die Züchter noch rigoroser in die Pflicht genommen würden.

Er befürwortet deshalb das Verbot von Mischlingen von 13 Hunderassen, das vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) vorgeschlagen wird. «Der Mensch ist die Ursache von Hundeattacken, nicht das Tier», sagte Rub gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Die SKG stehe dazu, dass Hundehalter die Verantwortung für ihr Tier übernehmen müssten, sagte Rub. Wer aber aggressive Hunde züchten wolle, könne dieses Ziel auch mit anderen Rassen erreichen. «Aus jedem Tier kann der Mensch eine Bestie machen.»

Das Pitbull-Verbot stuft Rub als politischen und nicht als sachlichen Entscheid ein. Wenn dieses aber dazu beitrage, Vorfälle wie die tödliche Attacke von Oberglatt ZH zu vermeiden, so sei dies gut.

Nicht angemessen

Auch die Stiftung für das Tier im Recht kritisiert die Pläne des BVET: Mit einem Verbot seien Beissvorfälle nicht angemessen zu verhindern, heisst es in einem Communiqué. Durch gezielte Erziehung und Haltung könne bei praktisch allen Hunderassen eine übersteigerte Aggression ausgelöst werden.

Das Verbot von Pitbulls und bestimmten Kreuzungen verstosse gegen das Rechtsprinzip der Verhältnismässigkeit. Auch entspreche das Halten von Hunden dem Grundrecht auf persönliche Freiheit. Die Stiftung befürwortet einzig das Verbot von Aggressionszucht sowie die Meldepflicht für Beissvorfälle und Hunde mit erhöhter Aggression.

Verzichtstiere

Der Schweizer Tierschutz (STS) rechnet seinerseits damit, dass bei einem Verbot zahlreiche Hundehalter ihr Tier dem STS als «Verzichtstier» überlassen. In diesem Fall könne der STS für solche Hunde keine neuen Plätze finden, schreibt der Tierschutz in einem Communiqué. Es sei inakzeptabel, wenn das Problem auf diese Weise abgeschoben werde.

Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) reagiert mit seinen Massnahmen auf die Pitbull-Attacke im zürcherischen Oberglatt bei dem Anfang Dezember ein Kindergärtler zu Tode gebissen wurde. Verboten werden sollen neben Pitbulls künftig auch Mischlinge von 13 Hunderassen, darunter Rottweiler oder Dobermann, wie das BVET bekannt gab. Reinrassige Tiere der 13 Rassen sollen hingegen weiterhin zugelassen sein.

Allerdings gelten für ihre Haltung und Zucht künftig strenge Auflagen: Wer einen solchen Hund halten will, braucht eine Bewilligung und muss die reinrassige Abstammung nachweisen. Verschärft werden die Anforderungen an alle Hundehalter: Sie sind verpflichtet, Hunde sozialverträglich zu erziehen.

Entscheid am Mittwoch

Damit die Vollzugsbehörden frühzeitig einschreiten können, müssen Tierärzte, Ärzte, die Polizei, der Zoll und Hundeausbildner künftig Verhaltensstörungen sowie Angriffe auf Menschen und Tiere melden. Zudem werden die Kontrollen bei Hunden verstärkt.

Die Massnahmen bis Mittwoch, 18. Januar in eine kurze Anhörung geschickt. Darauf wird der Bundesrat über ihre Umsetzung entscheiden.

(ht/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - In der Schweiz dürfte ein ... mehr lesen
Ein Pitbull in einem Tierheim für ausgesetzte Kampfhunde.
Das Verbot von Hunderassen, wie det Argentinischen Dogge, sei willkürlich und unverhältnismässig.
Lausanne - Im Kanton Wallis dürfen ... mehr lesen
Zürich - Nach der tödlichen Attacke auf einen Sechsjährigen in Oberglatt ZH im Dezember 2005 sind auch die drei nicht beteiligten Pitbulls eingeschläfert worden. mehr lesen 
Bern - Der Nationalrat wird sich in ... mehr lesen
Volkswirtschaftsminister Joseph Deiss schlug unter anderem vor, Pitbulls und Mischlinge mehrerer Rassen zu verbieten.
Starke Hunde - Starke Herrchen.
Bern - Der American Pit Bull Terrier ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Die Schweizer Hundehalter ... mehr lesen
Kampfhund-Mischlinge sollen verboten werden, reinrassige Hunde dagegen nicht. (Archivbild)
Den Kantonstierärzten fehle das Personal zur Umsetzung der geplanten Massnahmen.
Bern - Die Kantonstierärzte erwarten «grosse Probleme» bei der Umsetzung der geplanten Massnahmen gegen gefährliche Hunde. Ihnen fehle das nötige Personal, um den grossen Aufwand zu ... mehr lesen
Bern - Die Hunde-Expertin Colette ... mehr lesen
Bezüglich Regelungen gegen einzelne Rassen gab es offenbar grössere Meinungsunterschiede.
Die Nationalratskommission will Kampfhunden nicht nur einen Maulkorb anziehen, sondern ganz verbieten.
Bern - Die Pitbull-Attacke in Oberglatt ... mehr lesen
Oberglatt (ZH) - Ein 6-jähriges Kind ... mehr lesen
Die Hunde wurden noch am selben Tag vom Tierarzt eingeschläfert. (Bild: Archiv)
Mehr Menschlichkeit für Tiere.
Seriöser Einsatz für das Wohl der Tiere.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Auf Tour mit HAInrich, dem Hai.
Auf Tour mit HAInrich, dem Hai.
Publinews Jetzt eintauchen  Mit einer fantastischen Lage direkt am Konstanzer Hafen und Blick auf den Bodensee, liegt das SEA LIFE Konstanz, nur wenige Gehminuten von der Innenstadt, dem Lago und dem Bahnhof entfernt. In mehr als 35 Becken können etwa 3500 Tiere hautnah entdeckt werden. mehr lesen  
Publinews Papiliorama  Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der Tiere und Pflanzen: erleben Sie das bunte Ballett der ... mehr lesen  
-
Publinews Ausstellung im Naturmuseum Thurgau  Die Katze ist das beliebteste Haustier in der Schweiz. Mal ist sie anschmiegsam, oft distanziert, immer ist sie eigenwillig. Die neue Sonderausstellung im Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld stellt das vertraute und doch in Vielem rätselhafte Tier genauer vor. mehr lesen  
.
Publinews Kommen Sie vorbei und geniessen Sie im Plättli Zoo in Frauenfeld einige unvergessliche Stunden und hautnahe, tierische Erlebnisse. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
Wir setzen uns für die Verbesserung der Qualität von Tierheimen und Tier ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 2°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Basel 3°C 7°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 1°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Schneeregenschauer
Bern 0°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
Luzern 2°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Genf 2°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 6°C 13°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten