Piusbrüder zelebrieren umstrittene Priesterweihe
publiziert: Samstag, 27. Jun 2009 / 14:44 Uhr

Zaitzkofen - Im deutschen Zaitzkofen hat ein Gottestdienst der umstrittenen Pius-Bruderschaft begonnen. Ungeachtet anhaltender Kritik sollen bei der Zeremonie drei neue Priester und drei Diakone geweiht werden.

Die deutsche Amtskirche bezeichnete die Weihen als Provokation.
Die deutsche Amtskirche bezeichnete die Weihen als Provokation.
Bei den Neupriestern handelt es sich um einen Schweizer, einen Schweden und einen Polen im Alter von 26 bis 30 Jahren. Zu Diakonen sollen ein Belgier, ein Tscheche und ein Italiener geweiht werden. Am Montag soll in Ecône VS eine weitere Priesterweihe stattfinden.

Zu Beginn des Gottesdienstes warf der Leiter des Priesterseminars der Pius-Bruderschaft in Zaitzkofen, Pater Stefan Frey, «mehreren deutschen Bischöfen» eine «verbale Ausgrenzung» der Bruderschaft vor. Die deutsche Amtskirche hatte die Weihen im Vorfeld als nicht rechtmässig und als Provokation bezeichnet.

Am vergangenen Wochenende wurden bereits in den USA 13 Männer zu Priestern geweiht, im Mai hatte der Generalobere der Piusbruderschaft, Bischof Fellay, in Frankreich eine Priesterweihe vorgenommen.

Exkommunikation zurückgenommen

Papst Benedikt XVI. hatte zum Jahresanfang die Exkommunikation von vier Piusbischöfen zurückgenommen. Darunter ist auch Richard Willimson, der den Holocaust leugnete.

Das päpstliche Dekret hatte weltweit Proteste ausgelöst und auch innerhalb der katholischen Kirche für Irritationen gesorgt. Allerdings hatte der Vatikan später ausdrücklich darauf hingewiesen, Priesterweihen der Piusbrüder seien aus Sicht der katholischen Kirche «nach wie vor» unerlaubt.

Die Piusbruderschaft gilt theologisch und politisch als reaktionär. Sie lehnt weite Teile des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab. Darin hatte die Kirche Mitte der 60er Jahre unter anderem ihr Verhältnis zu anderen Religionen revidiert.

(ht/sda)

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