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Polarlichter über Nordeuropa
publiziert: Mittwoch, 25. Jan 2012 / 14:54 Uhr
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Bunte Polarlichter. (Archivbild)
Bunte Polarlichter. (Archivbild)

Washington - Der gewaltige Sonnensturm vom Dienstag hat wohl keine Schäden verursacht. Die auffälligste Auswirkung seien bunte Polarlichter über dem Norden Europas gewesen, sagte der Leiter des Bereiches Weltraumwetter der Europäischen Raumfahrtbehörde, Juha-Pekka Luntama.

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«Die Stürme vom Dienstag waren ein klares Zeichen, dass die Sonne aktiver wird», sagte Luntama. Noch seien sie aber längst nicht so stark wie vor etwa zehn Jahren. Luntama rechnet für Mitte 2013 mit einem Maximum der Sonnenaktivität - aus ihren Aussenschichten werden dann besonders oft grosse Gaswolken ins All geschleudert.

Die Aktivität schwankt im Rhythmus von etwa elf Jahren und nimmt seit 2010 wieder zu. In den nächsten eineinhalb Jahren werde es deshalb mehrere Sonnenstürme geben, die immer stärker würden. Wie viele es sein werden, könne nicht vorhergesagt werden.

Zwei Stürme

Die hohe Sonnenaktivität am Wochenende habe zu zwei Stürmen geführt. «Der erste, der Protonensturm, war stark und dauerte recht lange an», sagte Luntama. Satelliten seien nach ersten Erkenntnissen aber nicht gestört worden. Am Dienstagabend sei ein geomagnetischer Sturm gefolgt.

Dieser habe Polarlichter verursacht, die sogar über ungewöhnlich südlichen Regionen wie England zu sehen waren. Das deute darauf hin, dass der Sturm Auswirkungen auf das Magnetfeld der Erde gehabt habe, sagte Luntama. Normalerweise sind Nordlichter wegen des gebogenen Magnetfeldes nur in der Nähe der Pole, also etwa über Schweden und Norwegen zu sehen.

Flugzeuge umgeleitet

Die US-Fluggesellschaft Delta Airlines hatte wegen des Sonnensturms vorsorglich sechs ursprünglich am Nordpol vorbeiführende Flüge umgeleitet, wie der amerikanische Sender Fox News auf seiner Internetseite meldete. Der Sonnensturm war nach Berechnungen der US-Wetterbehörde NOAA der stärkste seit 2003.

Die Teilchen hätten zusammen in etwa die Masse eines grossen Berges in deutschen Mittelgebirgen, hatte Werner Curdt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau (Niedersachsen) erklärt. Da der Sturm die Erde nun passiert habe, sollte es auch keine Probleme mehr geben. «Das müsste durch sein.»

(nat/sda)

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