Polen stimmen den zweiten Tag über EU-Beitritt ab
publiziert: Sonntag, 8. Jun 2003 / 08:39 Uhr

Warschau - In Polen hat der zweite Tag des Referendums über einen Beitritt des Landes zur Europäischen Union (EU) begonnen. Am ersten Tag war die Wahlbeteiligung noch zu gering, um das Abstimmungsergebnis für gültig zu erklären.

Soll schon bald die Europafahne auch in Polen wehen?
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Laut Umfragen sind die meisten Polen für den EU-Beitritt. Allerdings müssen 50 Prozent der 29,7 Millionen Wahlberechtigten auch wählen gehen. Sonst entscheidet das Parlament.

Dies wiederum könnte die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Leszek Miller gefährden, denn im Parlament müsste Miller eine Zweit-Drittel-Mehrheit für die Annahme mobilisieren.

Am Samstag waren nach einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts PBS nur 17,8 Prozent der Wahlberechtigten wählen gegangen.

Mit ersten Ergebnissen wird kurz nach Schliessung der Wahllokale um 20.00 Uhr gerechnet. Erste amtliche Ergebnisse werden kurz vor Mitternacht erwartet.

Optimisten erwarten, dass die überwiegend römisch-katholischen Polen am Sonntag nach dem Besuch der Pfingstmesse zur Abstimmung gehen werden. Immerhin hatten vergangene Woche die Priester im ganzen Land in den Kirchen einen Hirtenbrief verlesen, der zur Unterstützung des EU-Beitritts aufrief.

Polen ist das grösste der zehn mittel- und osteuropäischen Länder, um die die EU im Mai 2004 erweitert werden soll. Die Kandidatenländer Malta, Slowenien, Ungarn, Litauen und Slowakei haben dem EU-Beitritt bereits per Referendum zugestimmt. Am kommenden Wochenende sollen die Tschechen per Volksabstimmung entscheiden, im September die Esten und Letten. In Zypern entscheidet das Parlament über den EU-Beitritt.

(rr/sda)

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