Politkowskaja-Prozess: Freisprüche für Angeklagte
publiziert: Donnerstag, 19. Feb 2009 / 15:08 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 25. Jun 2009 / 16:23 Uhr

Moskau - Im Prozess um den Mord an der regierungskritischen russischen Journalistin Anna Politkowskaja sind alle vier Angeklagten freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft kündigte umgehend Berufung an.

Anna Politkowskaja: Steht ihr Tod mit einem geplanten Artikel in Zusammenhang?
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Die Geschworenen sprachen die tschetschenischen Brüder Ibrahim und Dschabrail Machmudow frei, die Politkowskaja beschattet und den mutmasslichen Mörder am 7. Oktober 2006 zum Tatort gefahren haben sollen.

Beim Todesschützen soll es sich um ihren Bruder Rustam Machmudow handeln, der in Westeuropa untergetaucht sein soll.

Beim dritten, ebenfalls freigesprochenen Angeklagten, handelt es sich um den ehemaligen Polizisten Sergej Chadschikurbanow, der bei dem Verbrechen logistische Hilfe geleistet haben soll.

Freigesprochen wurde schliesslich auch Pawel Riagusow, ein ehemaliger Agent des Inlandsgeheimdienstes FSB. Er war nicht wegen Beteiligung an dem Mord angeklagt, sondern wegen Erpressung und Amtsmissbrauchs im weiteren Zusammenhang mit der Tat.

Berufung angekündigt

Die Staatsanwaltschaft kündigte Berufung gegen die Freisprüche an. Politkowskajas Kinder verfolgten die Urteilsverkündung schweigend. Die Angehörigen der Journalistin kritisierten erneut, dass es den Ermittlern nicht gelungen ist, die Identität des mutmasslichen Mörders nachzuweisen und die Hintergründe der Tat aufzudecken.

Die Journalistin war am 7. Oktober 2006 im Treppenhaus ihres Moskauer Wohnhauses erschossen worden. Sie gehörte zu den wenigen Journalisten in Russland, die über den Feldzug der russischen Truppen in Tschetschenien kritisch berichtet und schwere Menschenrechtsverletzungen angeprangert hatten.

Frühere Kollegen vermuten, dass Politkowskajas Tod im Zusammenhang mit einem geplanten Artikel über Folter in Tschetschenien stand. Sergej Sokolow, Chefredaktor der Zeitung «Nowaja Gaseta», für die Politkowskaja gearbeitet hatte, kündigte an, weiter nach den Schuldigen zu suchen.

(ht/sda)

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