Politologe wirbt für baldige Anerkennung Kosovos
publiziert: Samstag, 23. Feb 2008 / 09:10 Uhr / aktualisiert: Samstag, 23. Feb 2008 / 09:39 Uhr

Bern - Der Politologe Laurent Goetschel hat sich in einem Interview mit der Zeitung «Der Bund» und dem «St. Galler Tagblatt» für eine baldige Anerkennung des Kosovo durch die Schweiz ausgesprochen.

«Wer Kosovo nicht anerkennt, hat dort keinen Einfluss mehr», so Politologe Laurent Goetschel.
«Wer Kosovo nicht anerkennt, hat dort keinen Einfluss mehr», so Politologe Laurent Goetschel.
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«Wenn die Schweiz eine Rolle spielen will bei den künftigen internationalen Missionen in Kosovo, sollte die Anerkennung demnächst erfolgen», sagte der Direktor der Schweizerischen Friedensstiftung (Swisspeace). «Wer Kosovo nicht anerkennt, hat dort keinen Einfluss mehr.»

Völkerrechtliche Argumente gegen diesen Schritt wies Goetschel zurück. Die «fundamentalistische völkerrechtliche Sicht», dass man ein Land auf dem Territorium eines anderen nicht anerkennen dürfe, weil es dann auch Korsen oder Basken tun könnten, liess der Politikwissenschafter nicht gelten.

«Blutige Vergangenheit unter serbischer Herrschaft»

Kosovo habe «eine besonders blutige Vergangenheit unter serbischer Herrschaft» und der internationale Versuch eine einvernehmliche internationale Lösung zu finden sei gescheitert, sagte er zur Begründung. «Um den Prozess voranzutreiben sollte man nun den Positionsbezug Kosovos anerkennen.» Die Neutralität spiele in dieser Frage absolut keine Rolle.

Goetschel sprach sich für die Fortsetzung des militärischen Engagements der Swisscoy, der zivilen Friedensförderung und der Entwicklungszusammenarbeit aus. Denkbar sei auch eine Teilnahme an der zivilen Mission der EU.

«Nicht irgendein fernes Land»

Den Skeptikern hielt er entgegen, dass es sich beim Kosovo «nicht um irgendein fernes Land handelt». Vielmehr gehe es «um handfeste ökonomische, migrationspolitische und soziale Interessen der Schweiz».

Goetschel, der 2003 und 2004 persönlicher Mitarbeiter von Aussenministerin Micheline Calmy-Rey war, gehörte zu den Experten, welche die Aussenpolitischen Kommissionen (APK) des Parlamentes beraten hatten. Die AKP des Nationalrates wie auch des Ständerates hatten sich für eine Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo durch die Schweiz ausgesprochen.

(fest/sda)

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