Polizei sucht Komplize von Nataschas Entführer
publiziert: Freitag, 25. Aug 2006 / 17:06 Uhr / aktualisiert: Samstag, 26. Aug 2006 / 20:40 Uhr

Wien - Nach der Flucht der 18-jährigen Natascha Kampusch aus dem Verlies ihres Entführers sucht die Polizei in Österreich nach möglichen Komplizen.

Natascha Kampusch wurde geschützt vor Blicken in Sicherheit gebracht.
Natascha Kampusch wurde geschützt vor Blicken in Sicherheit gebracht.
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Sie schloss nicht aus, dass es einen Mittäter oder Mitwisser geben könnte. Es gebe aber keine konkrete Spur, sagten die Ermittler auf einer Pressekonferenz in Wien. Die Polizei stützt sich auf die Aussage einer damals zwölfjährigen Freundin Nataschas.

Sie hatte ausgesagt, Natascha sei von einem Mann in einen Lieferwagen gezerrt worden, den jemand anders gelenkt habe.

Das Mädchen war im März 1998 im Alter von zehn Jahren verschleppt worden.

Am Mittwoch war ihr die Flucht von ihrem Peiniger gelungen. Der 44-jährige Niederösterreicher, in dessen Haus Natascha über acht Jahre gefangen war, beging auf der Flucht vor der Polizei Selbstmord.

Von einer Psychologin betreut

Die Polizei steht mit der Befragung der jungen Frau erst am Anfang. Sie lebt abgeschirmt an einem geheimen Ort und wird rund um die Uhr von einer Psychologin betreut.

Natascha war in einem Verlies unter der Garage eines Haus in Strasshof nahe Wien gefangen. Auf den Polizeifotos ist eine winzige fensterlose Kammer mit Hochbett, Schreibtisch, Waschbecken und Toilette zu sehen.

Das Versteck in einer schalldichten Grube war rund zwei mal drei Meter gross. Von aussen war der Zugang durch einen Tresor und eine etwa 150 Kilo schwere Tür gesichert.

Unter Aufsicht in den Garten

In den letzten Monaten dürfte Natascha sich unter Aufsicht auch im Haus und im Garten aufgehalten haben. Jahrelang habe sie aber ihr Gefängnis nicht verlassen dürfen.

Eine Polizistin, die sie betreute, sagte dem Österreichischen Rundfunk (ORF), sie gehe davon aus, dass das Mädchen sexuell missbraucht worden sei.

Dem Mädchen gelang die Flucht, als sie das Auto des Entführers im Garten säuberte. Dabei habe sich der Mann wegen des Staubsaugerlärms etwas entfernt, weil er auf seinem Handy telefonierte.

(smw/sda)

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