Polizei zum Schutz der Deutschen Oper bereit
publiziert: Donnerstag, 28. Sep 2006 / 16:21 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 28. Sep 2006 / 19:15 Uhr

Berlin - Die Berliner Polizei steht für den Fall einer Wiederaufnahme der Mozart-Oper «Idomeneo» in der Regie von Hans Neuenfels an der Deutschen Oper Berlin bereit.

Publikum in der Deutschen Oper Berlin.
Publikum in der Deutschen Oper Berlin.
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«Falls die Deutsche Oper das Stück wieder ins Programm nimmt, müssen wir die Lage neu bewerten, auch im Hinblick auf den Wirbel, den der Fall in den Medien ausgelöst hat», sagte Polizeisprecher Bernhard Schodrowski der Nachrichtenagentur DPA.

Die Polizei habe der Deutschen Oper immer klar gesagt, dass sie für alle Fragen zu Sicherheitsaspekten zur Verfügung stehe - auch für den Fall, dass die Neuenfels-Inszenierung, in deren Schlussbild die abgeschlagenen Köpfe von Religionsstiftern wie Christus und Mohammed zu sehen sind, «in der bestehenden Form auf die Bühne kommen sollte».

Empfahl Innensenator ein Abblasen?

Dem widersprach Intendantin Kirsten in einem Interview mit der Berliner Zeitung «B.Z.»: Innensenator Ehrhart Körting habe ihr klargemacht, dass seine Behörde die Sicherung ihres Hauses nicht leisten könne.

«Mir wurde signalisiert, dass diese Inszenierung nicht nur eine Bedrohung für die Deutsche Oper darstellte, sondern für die gesamte Bundesrepublik und Einrichtungen im Ausland. Diese Bedrohung wurde mir sehr drastisch geschildert, und ich bin sehr verwundert, dass das plötzlich eine Bagatelle gewesen sein soll.»

Positive Stimmen mehren sich

Inzwischen mehrten sich die Stimmen für eine Wiederaufnahme der Oper. Die Oper und die Sicherheitsbehörden wollen jetzt die Sicherheitslage neu bewerten und dann eine Entscheidung treffen.

In der Sicherheitsanalyse des Landeskriminalamtes Berlin war ohne eine konkrete Bedrohung zu nennen von einer «Gefährdungslage mit schwer abzuschätzenden Folgen für die öffentliche Sicherheit und Ordnung» die Rede.

Assoziationen mit Enthauptungsvideos

Die Neuenfels-Inszenierung könnte «in muslimischen Kreisen zu Assoziationen mit existenten Enthauptungsvideos der militanten irakischen Islamisten führen», heisst es in dem LKA-Bericht.

(ht/sda)

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