Polizeichef von Andischan zu Haftstrafe verurteilt
publiziert: Mittwoch, 28. Dez 2005 / 23:53 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 29. Dez 2005 / 00:09 Uhr

Taschkent - Der Oberste Gerichtshof Usbekistans hat den Polizeichef der Stadt Andischan und zehn weitere Polizeibeamte zu Haftstrafen zwischen zwei und elf Jahren verurteilt.

Eine unabhängige Untersuchung lehnt die Regierung in Taschkent bis heute ab. Im Bild das Parlamentsgebäude in Taschkent.
Eine unabhängige Untersuchung lehnt die Regierung in Taschkent bis heute ab. Im Bild das Parlamentsgebäude in Taschkent.
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Das Urteil steht im Zusammenhang mit dem Aufstand vom Mai. Die Polizeiführung sei über ein bevorstehendes Komplott informiert gewesen und habe die Gewalttat nicht verhindert, kritisierte der Vorsitzende Richter Bachtior Dschamolow.

Der Polizeichef und zwei Stellvertreter müssen für zwei beziehungsweise drei Jahre ins Gefängnis. Die härtesten Strafen erhielten zwei Ärzte, die dem mutmasslichen Anführer der Aufständischen für umgerechnet gut fünftausend Euro ein Mobiltelefon liehen.

Schauprozess

Seit November wurden wegen des Aufstands mehr als 150 Menschen verurteilt. Beobachter sprechen von einem Schauprozess.

Auslöser des Aufstands war die Inhaftierung mehrerer Geschäftsleute mit der Begründung, sie gehörten radikalislamischen Gruppierungen an. Die Inhaftierten wurden befreit, in der Folge weitete sich die Revolte zu Protesten der Einwohner gegen die Regierung von Präsident Islam Karimow aus.

Blutige Niederschlagung

Usbekische Soldaten schlugen die Proteste blutig nieder. Bis heute ist unklar, wieviele Menschen starben. Offiziell ist von 187 Toten die Rede. Eine unabhängige Untersuchung lehnt die Regierung in Taschkent bis heute ab.

(ht/sda)

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